Kulturhauptstadt 2025

Netzwerktreffen der Freien Kulturszene Magdeburg – eine Reflextion

Das Netzwerktreffen fand auf Einladung des Kulturhauptstadtbüros Magdeburg 2025 statt. Text: Bernd Schallenberg

Themen waren u.a. Vernetzung, Freiräume, Finanzierbarkeit, Wahrnemung aber auch die Frage an das Kulturhauptstadtbüro, was man von der freien Kulturszene erwarte.

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Magdeburg kann Kulturhauptstadt

Die erste Hürde ist geschafft: Die Landeshauptstadt Magdeburg steht gemeinsam mit den Bewerberstädten Hannover, Hildesheim, Chemnitz und Nürnberg auf der Shortlist um den Titel Kulturhauptstadt Europas 2025

Die zwölfköpfige europäische Jury hatte anhand der eingereichten 60-seitigen Bewerbungsbücher und der Präsentationen der Bewerberstädte vor der Jury in den vergangenen beiden Tagen darüber entschieden, welche der acht Bewerberstädte für  die Shortlist empfohlen werden.

Das Urteil der unabhängigen europäischen Jury muss nun noch vom Vorsitzenden der Kulturministerkonferenz gebilligt werden, dann können die Städte bis zum Sommer 2020 ihr Bewerbungskonzept weiterentwickeln und konkretisieren. Welche Stadt im Jahr 2025 den Titel „Kulturhauptstadt Europas“ tragen darf, entscheidet sich im Herbst 2020.
Man hat nun bis zum Sommer 2020 Zeit, das Bewerbungsbuch zu überarbeiten und auf 100 Seiten zu konkretisieren. Die Städte werden zudem im kommenden Jahr von Jurorinnen und Juroren besucht. Das bid book 2 und die Begehungen werden dann in einer Endauswahlsitzung im Herbst 2020 in die finale Entscheidung der europäischen Jury einfließen.

 

(Freie) Kulturszene – eine Analyse nach dem Treffen der „Freien Szene“ am 6.12.18 im Forum Gestaltung:

Das Netzwerktreffen fand auf Einladung des Kulturhauptstadtbüros Magdeburg 2025 statt. Text: Salka Schallenberg

 

Es gibt verschiedene Ebenen:

 

Die, die sich ein „festes Plätzchen“ (Festanstellung) gesucht haben und als zweites ihrer eigentlichen Leidenschaft als Kreative nachgehen.

Die, die einfach nur frei leben und arbeiten wollen. Sogenannte „KSK-Leute“, wie Norbert Pohlmann sie nennt.

Die, die gerade ins Berufsleben starten, jung, vielleicht auch etwas naiv sind, aber vor Ideen sprudeln und sich in die Gemeinschaft und Gesellschaft einbringen wollen.

 

Generation, die nach der DDR endlich das Mitwirken in Vereinen ausleben konnten – ist aber zumeist schon älter, nutzt für Konzepte und Ideen zumeist Fördergelder

 

Generation, die keine Strukturen wie Vereine braucht, sich locker in Gemeinschaften, auch über soziale Netzwerke trifft und Konzepte und Ideen umsetzt, Finanzierung über Förderungen zumeist zweitrangig

 

Potential:

 

„ festes Plätzchen-Leute“: sind schon viele Jahre aktiv, haben oft ein großes Netzwerk aufgebaut, da zumeist in Vereinen engagiert. Können, da sie Sicherheit zu leben haben, mit freiem Kopf Projekte planen, gestalten, beantragen und umsetzen.

 

„KSK-Leute“: haben viele Ideen, können, wenn sich finanzielle Sicherheit, haben viel mehr aus sich herausgehen, sind „hungrig“ auf Neues und Mitstreiter

 

„junge,-unverbrauchte-Leute“: bringen frischen Wind, geben neuen Energieschub

 

03.02.15. Der damals frisch ins Amt gehobene Kulturbeigeordnete Prof. Dr. Puhle erläutert im Interview wichtige Schritte auf dem Weg zur Kulturhauptstadt.

Kommentar


Die gute Nachricht zuerst. Magdeburg ist in der Endrunde der Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt. Das erfreut mich als Magdeburger sehr.
Um den Titel tatsächlich zu erlangen, gab die Jury nun dem Bewerberbüro einige Hausaufgaben mit.
Die Stadt wurde als solide jedoch nicht aufgeregte graue Stadt wahrgenommen, als eine Stadt der Leere dargestellt.
 Da entsteht der Eindruck, man hat sich die Stadt nicht wirklich angesehen. Grau ist die Stadt nicht mehr. Und leer auch nicht. Trotzdem gibt es gute Ansätze.
Dennoch sind es eben nur Ansätze, wie die Jury es treffend bemerkt. Man hat die Probleme erkannt: Ein schwaches kulturelles Profil, eine kleine und schwierige unabhängige Szene, die Abwanderung von Talenten, Kultureinrichtungen im Wandel etc.. Jetzt besteht die Aufgabe darin, daraus ein ansprechendes Programm zu entwickeln, welches eine breite Basis für ein reiches kulturelles Leben schafft.
Ein Baustein wäre etwa miteinander Reden. Aus den Reihen des Bewerberbüros sieht man übrigens bisher keine Notwendigkeit z.B. mit kulturmd zu reden. Wäre ja auch zu einfach, die Bewerbung zur Kulturhauptstadt mit dem Kulturfernsehen der Stadt in Verbindung zubringen.
Eine zündende Idee, wie pulsierendes und internationales Stadtleben entstehen soll, sah die Jury nicht. Die Frage ist, wie Otto Normal-Magdeburger zur Kulturhauptstadt steht und ob man ihn mitreißt. Auch dazu gibt es Redebedarf. Ebenfalls dazu will die Jury etwas hören.

Die europäische Dimension ist nach Ansicht des Gremiums nicht ausreichend geschildert. Es wird sogar bedauert, dass man hier nicht auf das Magdeburger Recht oder den Sachsenspiegel eingegangen ist. Schade, denn inzwischen wissen viele, wie bedeutend es für die Stadtentwicklung war. Nämlich: Es bietet eine Grundlage und einen Bezugspunkt, um relevante EU-Themen, wie die Gestaltung der modernen Stadt, die Nutzung des Stadtraums, die Raumplanung oder die Staatsbürgerschaft und die Rolle der Menschen bei der Stadtgestaltung zu erörtern.

Statt dessen ist es wie immer: Der Magdeburger stellt sich in den Schatten seines Domes und jammert dessen Mauern voll, wie schlecht alles hier sei. Zugegeben, andere Medien in der Stadt sind geradezu auf das Schlechtmachen spezialisiert und fördern das.

Um aus der Leere zu kommen und in Deutschland und Europa wahrgenommen zu werden, braucht Magdeburg einen mutigeren Ansatz und innovative Ideen für seine Prozesse und Projekte in der Kulturhauptstadt Europas, so das Gremium. Wir wollen das Thema jedenfalls weiter unterstützen, weil es uns ein Herzensanliegen ist.
Übrigens bekamen wir bereits 2007 einen Preis für das innovative Konzept von kulturmd. Wir wurden Landessieger beim bundesweiten Wettbewerb Mutmacher der Nation. Das wäre ja tatsächlich ein Grund mit uns zu reden.

www.kulturstiftung.de/juryreport-kulturhauptstadt-europas-2025/

19.05.15. Im Gesellschaftshaus wurde das Team vorgestellt, welches die Strukturen für die Bewerbung erarbeiten soll. Auch wurden die Themen benannt, welche für die Bewerbung von großer Bedeutung sind.

Stadtentwicklung, Umwelt, Kunst, Kultur. Der Appell richtet sich an alle Magdeburger ein dieser Bewerbung zu sein.

Vorauswahl im Bewerbungsverfahren

Am 12. Dezember 2019 sind neben Magdeburg die Städte Chemnitz, Hannover, Hildesheim und Nürnberg für die zweite Runde im Bewerbungsverfahren um den Titel „Kulturhauptstadt Europas 2025“ empfohlen wurden. Die Kulturstiftung der Länder und die Europäische Kommission veröffentlichen Ende letzter Woche den Report der Empfehlung der Jury. Der Report erklärt und begründet die Entscheidung der Jury für die Shortlist.

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