Archiv Literatur

Auch in der DDR erregte Thomas Gottschalk mit seiner frechen und überaus extravaganten Art Aufmerksamkeit als er als Moderator die Fernsehwelt des „Westfernsehens“ aufmischte. So erlebten wir Jugendliche der 1980er Jahre mit Gottschalk jemanden, der in seiner Sendung „Na sowas!“ schrill und bunt daher kam. Wer aber ist Thomas Gottschalk? Wer das wirklich wissen will, dem sei seine Autobiografie „Herbstblond“ wärmstens empfohlen.

Spielen für den guten Zweck

Auch das Gesellschaftsspiel ist ein Kulturgut. Die Stadtbibliothek unterstrich dies mit dem Aktionstag „Stadt-Land-Spielt!“. Dieser Tag fand gleichzeitig an mehr als 140 Standorten im deutschsprachigen Raum statt.  In der Kinderbibliothek gab es neue Gesellschafts- und Brettspiele zu entdecken.
Spielfreudige konnten mit der Teilnahme am „Hanabi-Benefiz-Turnier“ außerdem einen guten Zweck verfolgen. Beim Kartenspiel „Hanabi“ gibt es nur Gewinner: Fünf Personen arbeiten als Spielpartner zusammen und tauschen sich aus, so entsteht ein farbenprächtigen sprühendes Bild, „Hanabi“, auf Japanisch „das „Blumen-Feuer“.
Besondere Gäste waren Kinder und Jugendliche des Vereins „Toleranz Lernen und Leben e.V. (TOLL e.V.)“.  Der Erlös des Benefiz-Spiels in Form von aktuellen Gesellschaftsspielen kommt in diesem Jahr dem Verein TOLL e.V. zu.

Ein Roman über Fluchthelfer

 

„Frei“, so der Titel des Romans, der im Sommer 2018 auf meinem Schreibtisch lag.
Im Mittelpunkt der Geschichte Janus Emmeran, Ort des Geschehens Berlin. Anfang der 1960er Jahre studiert Janus im westlichen Teil der Stadt, der Teil, in dem die Amerikaner die militärische Kontrolle über die Deutschen hatten. Nach der Teilung Berlins am 13. August 1961 werden Janus und seine Kommilitonen schnell zu Fluchthelfern. Die Autoren erzählen die Ereignisse aus Sicht des Protagonisten, eingebettet in die politischen Ereignisse der damaligen Zeit. Nichts wird beschönigt. Freiheit unter allen Umständen ist das Ziel.
Das Erlebte in den 1960er Jahren reiht sich ein in das Deutschland 2016 und so erfährt der Leser die Geschichte von Janus aus zwei Perspektiven. Mit der Rückblende geht es aber auch um Janus im Hier und Jetzt, ein Mann Mitte 70.
Der Autor Burkhart Veigel war selbst als Student der Freien Universität in West-Berlin mitten im Geschehen. Als Fluchthelfer hat er zusammen mit seinen Freunden von 1961 bis 1970 etwa 650 Bürger der DDR in den Westen geholt, vor allem mit Pässen, „aber auch mit einigen umgebauten Autos und über einen freiheitsliebenden französischen Alliierten-Soldaten.“, wie Burkhart Veigel auf seiner Webseite www.fluchthilfe.de schreibt. Und alles ganz im Sinne von Hans Scholl, der sagte „Nicht: Es muss etwas geschehen! Sondern: Ich muss etwas tun!“ - die Autoren wählten es als Leitzitat für ihr Buch.
Die gesamte innerdeutsche Grenze umfasste ca. 1.393 Kilometer. Kontrollstreifen, Minenfelder, Wachtürme, Gräben, Hundelaufanlagen und Selbstschussautomaten perfektionierten die Mauer, überwacht durch die Grenztruppen der DDR mit insgesamt ca. 47.000 Mann. Zahlreiche Menschen aus der DDR starben bei Fluchtversuchen an der Berliner Mauer, in der Ostsee und Elbe und an der innerdeutschen Grenze. Andere wiederum wurden verhaftet und eingesperrt. Aber es gab auch die, die wie Burkhart Veigel ihr eigenes Leben aufs Spiel setzten und alles dafür taten, dass Menschen aus der DDR ihren Weg in die Freiheit gehen konnten. Ein Teil unserer deutschen Geschichte, der erzählt werden muss und in Erinnerung bleiben muss.

 

Interview mit den Autorinnen Monika Stenzel und Ulrike Jackwerth

Die Jahre 1976 und 1977 in der DDR sind geprägt von zunehmender Gesellschaftskritik mit Folgen: 1976 Der Schriftsteller Rainer Kunze wird aus dem Schriftstellerverband der DDR ausgeschlossen, 1977 verlässt er die DDR. Im Sommer 1976 verbrennt sich der evangelische Pfarrer Oskar Brüsewitz auf der Straße, seine Botschaft: Die Kirche in der DDR klagt den Kommunismus an! Wegen Unterdrückung der Kirchen in Schulen an Kindern und Jugendlichen.   Im November 1976 wird der Liedermacher Wolf Biermann ausgebürgert, eine Petition von Intellektuellen gegen die Ausbürgerung folgt. In dieser Zeit, stellt der Staat Robert Havemann unter Hausarrest. 1977 verlassen der Schriftsteller Reiner Kunze, Schauspieler und Sänger Manfred Krug die DDR. 
In dieser Zeit erschien das Buch von Maxie Wander "Guten Morgen Du Schöne", dass das Leben von Frauen in der der DDR protokolliert. Ein Spiegel der Gesellschaft, der Träume und Hoffnungen offenbahrt. Und jeder kann sich selbst hinzufügen, wie es die Schriftstellerin Chrita Wolf in einem Vorwort dazu schrieb.
Dieser Tage erschien über 40 Jahre später das Buch „He, du glückliche“ im Mitteldeutschen Verlag. Ein Interview-Buch, dass das Leben ostdeutscher Frauen, geboren zum Ende des II. Weltkrieges bis Anfang der 1990er Jahre, vorstellt und somit ihre Sorgen und Erlebnisse nach der DDR. Wir trafen die Autorinnen Monika Stenzel und Ulrike Jackwerth Anfang September vor einer Lesung in der Stadtbibliothek zu einem Gespräch über das Buch. 

Autobiographie Thomas Gottschalk „Herbstblond“

Auch in der DDR erregte Thomas Gottschalk mit seiner frechen und überaus extravaganten Art Aufmerksamkeit als er als Moderator die Fernsehwelt des „Westfernsehens“ aufmischte. So erlebten wir Jugendliche der 1980er Jahre mit Gottschalk jemanden, der in seiner Sendung „Na sowas!“ schrill und bunt daher kam. Wer aber ist Thomas Gottschalk? Wer das wirklich wissen will, dem sei seine Autobiografie „Herbstblond“ wärmstens empfohlen. Sympathisch war mir von Anfang an, dass alle Titel der Kapitel musikalisch daher kommen: „Radio Gaga“ (Queen), „Old Man“ (Neil Young) oder „Dirty Laundry“ (Don Henley) ist zu lesen.
Der erste Teil der Biografie reflektiert die Zeit in seiner Heimat. Geboren 1950 in der oberfränkischen Kleinstadt Kulmbach, scheint das Leben nicht viel zu bieten. Schon früh verlor er seinen Vater, als gläubiger Christ, konnte er nicht begreifen, warum Gott ihm den Vater nahm. Diese sehr persönlichen Zeilen zeigen eine ganz andere Facette von Thomas Gottschalk. Zum Ende seines Buchs nimmt er dieses mit den Kapiteln Glaube, Hoffnung und Liebe nochmal auf. So ist das Buch zum einen ein sich innehalten und zu anderen eine Hommage an die Welt der Medien, die Gottschalk durchlebt hat.
Ausgestattet mit einer „literarischen Grundausstattung made in Kulmbach“, wie er es nennt, sieht sich Gottschalk als „Mann der Mitte“, wobei er Mörike zitiert. Es sind eben nicht Werke von Dostojewski oder Nietzsche, die er liest. Aber für ein Studium der Germanistik und Neuere Geschichte in München reichte es. Schnell landete Gottschalk als Moderator beim Bayrischen Rundfunk und die turbulente Geschichte nahm seinen Lauf.
Gottschalk resümiert „Zeitlebens habe ich ausschließlich davon existiert, anderen Menschen die schlechte Laune zu vertreiben, und zwar ungeachtet meiner eigenen.“ Aber seine, wie Gottschalk es nennt, „positive Aufgeräumtheit“ ist sein Betriebskapital, das ihn zu dem gemacht hat, was er ist: Der bekannteste Fernsehmoderator Deutschlands.
Für sein Lebenswerk erhielt Thomas Gottschalk im Januar 2018 den „Ehrenpreis der Stifter des Deutschen Fernsehpreises“.

 

Liane Bednarz Die Angstprediger

 

Buchmesse 2018  Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern

 

Schon der Titel „Die Angstprediger. Wie rechte Christen Gesellschaft und Kirchen unterwandern.“ lässt aufhorchen. Was ist ein rechter Christ?, dieser Frage geht die Journalistin Liane Bednarz in ihrem Buch, dass im April 2018 im Verlag Droemer Knaur erschien, nach. Vorallem, woran lässt es sich festmachen, dass es konservative Gläubige gibt, die anfällig für rechtes Gedankengut sind? Anhand von Hauptfeindbildern der rechten Christen zeigt die Autorin detailliert auf, welche Tendenzen es bereits gibt und wohin diese führen können. Auch wenn die Gruppe der rechtsgedrifteten Christen recht klein ist, aber in den sozialen Medien und Blogs ist sie sehr aktiv. Hier findet die Gruppe ein Feld, dass für sie durch die rechte populistische Szene bereits geebnet ist. Dies hat existenzielle Auswirkungen für die Kirche und die Politik, wie Liane Bednarz aufzeigt. Ein äußert brisantes Buch, dass unbedingt zur politischen und gesellschaftlichen Debatte anregen muss. Es wäre gefährlich und fatal, wenn die Gefahr durch die Angstprediger unterschätzt würde.

 

 

180 Jahre Zuckerproduktion in der Magdeburger Börde - neues Buch der Journalistin Salka Schallenberg lädt zu einer kulinarischen Zeitreise ein



Etwa 20 Kilometer südwestlich von Magdeburg liegt das Zuckerdorf  Klein Wanzleben. Hier begann 1838 die Erfolgsgeschichte der Zuckerproduktion, die bis heute anhält. Bauern, Handwerker und Gastwirte gründeten die Zuckerfabrik Peter Wallstab & Co., im Volksmund „Rübenquetsche“ genannt.

Seit 2006 gibt es die „Süße Tour“ als Zucker- und Rübenroute durch die Region Elbe-Börde- Heide, deren landwirtschaftliche Tradition an verschiedenen Stationen erlebbar gemacht wird. So erzählen kleine Museen die Geschichte des Zuckerrübenanbaus und Gaststätten sowie Biobauernhöfe bieten regionaltypische Küche und einheimische Produkte an. Neben zahlreichen charakteristischen Rezepten stellt das Buch „Lieblingsrezepte aus der Magdeburger Börde“ eine Auswahl der Angebote der Süßen Tour vor und lädt dazu ein, diese einzigartige Region zu entdecken.

Die Autorin hat über 60 abwechslungsreiche Kochideen aus der Gegend rund um Magdeburg, Wolmirstedt und Köthen gesammelt. Reich illustrierte Lieblingsrezepte, einfach zubereitet mit heimischen Produkten und natürlichen Zutaten, machen Lust aufs Kochen.

Buchmesse 2018 Der Autor Jürgen Neffe über sein Buch Marx - der Unvollendete 

September 1867 – „Das Kapital“ von Marx erscheint. Wer ist der Kopf dahinter, ist das der Karl Marx, den der Ostblock für seine Bürger gezeichnet hat, der das Rezept haben soll, wie der Sozialismus funktioniert? Der Autor Jürgen Neffe nimmt den 200. Geburtstag von Marx im Jahr 2018 zum Anlass, die Person und sein Vermächtnis in Form der Bücher „Das Manifest“ und „Das Kapital“ auf Herz und Nieren zu prüfen. Schon der Titel „Marx der Unvollendete“ und der Umfang des Werks von gut 600 Seiten lassen aufhorchen. Es sind verschiedene Stränge, die sich durch das Buch ziehen, die miteinander verwoben sind. Zum einen nähert sich der Autor Marx, indem er seinen Lebensweg als staatenloser und Flüchtling sowie das familiäre Umfeld sehr intim nachzeichnet.

zur vollständigen Rezension: Rezension:Marx - der Unvollendete

Go to top
Template by JoomlaShine