Vor zwei Jahren landete schon einmal ein Album von Carrousel bei uns in der Redaktion. Wieder sind es 12 Songs, die einen sofort mitreißen, eine wohltuende Überraschungen.  Leichter und eingängiger Pop mit Charme aus der französischen Schweiz.

Das Duo Carrousel präsentiert nun ihr neues Album „Cinq“, das am 03. September 2021 erschienen ist.  Getragen von eleganten Melodien erforscht das Duo mit ihrer Musik die Energie des Pops.
Und dabei bleiben sie sich treu. Denn die Texte zeigen in filigraner Weise den poetischen Horizont von CARROUSEL auf. Das Duo bedient sich aus Folk, Chanson sowie Pop und   verschmelzt alles zu einer individuellen Mischung.

Bedingt durch den Lockdown verbrachten die beiden Musiker viel Zeit zu Hause.
Also notgedrungen viel Zeit für das neue Album.  “Wir hatten vorher geplant, das neue Album in dieser Zeit zu schreiben, aber wir hatten nicht gedacht, dass wir zu Hause bleiben müssten. Wir mussten unseren kreativen Prozess an die Situation anpassen, es war manchmal ziemlicher Rock’n’Roll in Kombination mit dem ganzen Familienleben. Wir haben viel aufgenommen, während unsere Kinder im Nebenzimmer schliefen”.
Songwriting ist bei dem Duo meist eine gemeinsame Sache: Er schreibt einen Song und sie ergänzt Lyrics, oder sie hat eine Melodie und Lyrics und er ergänzt Akkorde und Harmonien. Für die Produktion arbeitete das Duo zum zweiten Mal mit Mathieu Friz zusammen, der auch den ein oder anderen Klavierpart beisteuerte. Zum Mixen gingen die Tracks nach Zürich zu einem der besten jungen Mischer Lars Christen.
“Es geht uns um das Leben, die Menschen, ihre Gefühle und Beziehungen”, beschreibt Léonard Gogniat die Quelle der Ideen. Mit Voilà wird das Album mit einem starken Song eröffnet, eine moderne und dynamische Produktion: „Dieser Song stellt die Frage nach der Schüchternheit und Selbstbehauptung und greift die Suche nach der Identität auf”.
Bei Le vertige geht es um „…das Gefühl, wenn man das Leben mit offenen Armen empfängt, wenn man starke Emotionen braucht, um sich lebendig zu fühlen” berichtet Sophie Burande. Eine persönliche Erfahrung steckt indes hinter der melancholischen Ballade La distance. Jemand hatte der Musikerin ein Foto gesendet, auf dem die Sängerin als kleines Mädchen abgebildet war. Die gefühlte Distanz über die vielen Jahre von damals bis heute wurden Thema des Songs. Die gegenwärtige Situation mit Pandemie samt Lockdown wendet sich La vie sauvage zu, verpackt im elektronischen Sound mit dichten Beats. Es geht um das drinnen bleiben – während draußen das (wilde) Leben weitergeht, etwa das der Natur und der Tiere.
Andere Themen wie Ökologie (De l’autre côté), Elternschaft (Tous les deux) oder Liebesgeschichten (Comme hier, sur la vague) erweitern den Horizont des Albums.
Die Songs versprühen Leichtigkeit und sind eingängig, jedoch nicht einfältig.  Carrousel schaffen es immer wieder, jedem ihrer Lieder einen besonderen Dreh zu verpassen. Diese Vertrautheit, die Sicherheit, diese nicht enden wollende positive Energie ist immer spürbar.
Kurzum Cinq ist ein Album, das man durchaus des Öfteren hören kann, ohne dass es langweilig wird.

Hier noch die ältere Rezension: Carrousel sorgen mit Filigrane für gute Laune