CD-Rezensionen

Aktuelle CD-Besprechungen aus Jazz, Rock und Weltmusic. Jeder(e) MusikerIn ist eingeladen, ihre/seine neuste Produktion einzuschicken.

Hot Club d’Allemagne

Eine Homage an Django Reinhardt

Vor einiger Zeit flatterte eine CD in unsere Redaktion.  Hot Club d’Allemagne heißt sie, das neue Album des gleichnamigen Gypsy Jazz-Quartetts aus Leipzig.  Sofort war klar, dass es sich um die Musik Django Reinhardts drehen würde. Ohne mich näher mit Text und Titeln zu beschäftigen, erst einmal Musik. Mein erster Eindruck: sehr cool, frisch, motivierend. Ja, den Sound kenne ich ich vom Original.
Aber Moment mal, es ist ja keine reine Scheibe mit Django-Covern. Ein Grund mehr, sich das Album bis zum Ende anzuhören. 11 wirklich mitreißende Stücke. Mit zwei Stücken ist Django Reinhardt selbst vertreten, nicht persönlich aber sein Geist. Und noch etwas mach das Album zu einem besonderen Erlebnis. Ohne Overdubs, live im Studio in nur drei Tagen eingespielt. Das Alleinstellungsmerkmal des Hot Club d’Allemange. Hier schließen sich spieltechnisches Können und maximale emotionale Intensität nicht aus, sondern bedingen einander. Vier Stücke hat Kalle Vogel für die Platte komponiert, die gleichberechtigt neben zwei Nummern aus der Feder Django Reinhardts und Kompositionen des Great American Songbook-Zuarbeiters Walter Donaldson, des Swing Manouche-Erneuerers Dorado Schmitt und des Jazz-Pianisten Michel Petrucciani stehen. Das Fremdrepertoire wird von der bemerkenswerten Eigenschaft des Quartetts getragen, bekannte Stücke scheinbar mühelos so lebhaft zu arrangieren als wären sie gerade neu geboren worden. Darin zucken die feurigen Akkorde wie Blitze auf, die unmittelbar revitalisierend in die Knochen fahren.

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