CD-Rezensionen

 

 

Vor einiger zeit landete bei uns eine CD mit dem Titel New Impressions of Debussy. Das klang reizvoll.

Der Komponist lebte in der Zeitenwende zum 20.Jh.  Der Komponist gilt musikhistorisch als Hauptvertreter des Impressionismus.

Debussy gilt als einer der wichtigsten Vorbereiter der modernen Musik. Er entwickelte eine eigene Harmonik, indem er europäische mit traditioneller slawischer und asiatischer Musik verband.

Das Radio läuft. Ein Solo-Klavierstück. Bilderreiche Motive. Lyrische Harmonien.  Ist das evtl. ein Stück von Bill Evans?
Die Moderatorin nennt ein Werk von Debussy. Aus diesem Erlebnis heraus entsteht eine Idee.  Man könnte doch einmal Debussys Kompositionen für ein Jazz-Quartett adaptieren.

Der Band Name Blank Page steht dabei für die Arbeitsweise während der Entstehung der Arrangements.

Florian Dohrmann spielte über 20 Jahre mit dem David Orlowsky Trio, eher Klezmerorientiert. Das Trio veröffentliche 6 CDs. Darüber hinaus war er Gast auf vielen Festivals, etwa dem Schleswig Holstein Musikfestival oder dem Festival Mecklenburg-Vorpommern.
Das Album erschien am 22. Februar
Diese CD ist nichts für nebenher. Man muß sich tatsächlich einige Zeit einfühlen, um die Feinheiten wahrzunehmen. Dann läßt es einen aber nicht mehr los. Ein Must have in jeder Jazzsammlung.

 Resonanz

"Hallo Bernd, danke für den Link. Ich finde, das ist ein toller Beitrag geworden! Wortbeiträge und Musik sind sehr harmonisch verbunden. Gefällt mir sehr gut! Herzlichen Dank dafür! Viele Grüße aus Tübingen, Florian"

 

Blues-Rock aus Luxemburg

In regelmäßigen Abständen landen bei uns immer wieder CDs mit der Bitte, dem oder der KünstlerIn redaktionelle Aufmerksamkeit zu schenken.
Kid Colling Kartell? Noch nie von gehört. Es wurde Zeit das zu ändern. Also Scheibe in den Player und los. Feiner Bluesrock ist zu hören. Cool, frisch, frech, groovy, jazzy. Dabei bedient man sich der Zutaten aus der reichhaltigen Bluesküche. Eine Prise ZZ Top, etwas John Mayall und Larry Carlton. Der Gesang mag manchmal vielleicht an Phil Lynott erinnern. Aber es ist eben nur der Griff in den Gewürzeschrank des Blues-Rock. Einflüsse von Stevie Ray Vaughan oder Robben Ford sind ebenso spürbar. Genau diese Mischung hebt die Band gut ab vom Mainstream.

Nun ist Kid Colling Cartell für wenige Termine in Deutschland unterwegs. Wer es nicht schaft eines der Konzerte zu besuchen, sollte sich auf jeden Fall das Album In the Devils Court zulegen.
Termine
15.10.2018 KIEL, Hochbunker (Iltisstraße 68, 24143 Kiel)
www.bunker-kiel.info, Konzertbeginn: 20:00 Uhr VVK: 6 Euro
16.10.2018 HANNOVER, Kulturpalast Linden (Deisterstraße 24, 30449 Hannover)
www.kulturpalast-hannover.de,  Konzertbeginn: 20:00 Uhr VVK: 7 Euro
17.10.2018 LEIPZIG, Kulturlounge (Dresdner Straße 25, 04103 Leipzig)
www.kulturlounge.de,  Konzertbeginn: 20:00 Uhr  VVK: 6 Euro / Abendkasse: 8 Euro
18.10.2018 DRESDEN, Rosis Amüsierlokal (Eschenstraße 11, 01097 Dresden)
www.rosis-dresden.de,   Konzertbeginn: 20:00 Uhr VVK: 7 Euro
19.10.2018 HAMBURG, Grüner Jäger (Neuer Pferdemarkt 36, 20357 Hamburg)
www.gruener-jaeger-stpauli.de,   Konzertbeginn: 19:00 Uhr  VVK: 7 Euro  Abendkasse: 9 Euro
21.10.2018 BERLIN, Hangar 49 (Holzmarktstraße 15-18, 10179 Berlin)
www.hangar49.de,   Konzertbeginn: 20:00 Uhr  VVK: 8 Euro
Support Act: Nik Dobbroman

Geboren in Bogota (Kolumbien) und als Waisenkind von luxemburgischen Eltern adoptiert, wuchs Kid Colling, ein Modern Blues-Rock Singer-Songwriter und Gitarrist, in Europa auf und war von klein auf fasziniert von den magischen Klängen des Blues, des Rock ’n Roll und dem Rhythmus der Big Bands. Obwohl er schon früh seine Leidenschaft für den Blues entdeckte, strebte er erst spät eine professionelle Karriere als Musiker an. 2009 schlägt er ein neues Kapitel auf und geht nach Paris. Dort studiert er Musik an der American School of Modern Music und am IMEP wo er den Jazz entdeckt und von Musikgrößen wie Peter Giron, Rick Margitza, Manuel Rocheman und Christopher Culpo lernt. Hier trifft er auch seine drei Musikerkollegen mit denen er seine Band „Cartel“, benannt nach seinen kolumbianischen Wurzeln, gründet. Ab 2012 unternimmt er seine ersten musikalischen Schritte und veröffentlicht 2014 seine Debüt-EP „Tomorrow’s Far Away“, welche von Kritik und Publikum begeistert aufgenommen wurde. Neben dem Cartel engagiert sich Colling bei verschiedenen Projekten. 2014 begleitete er die amerikanische Folk-Blues-Sängerin Ilene Barnes auf ihrer akustischen Tour. Ebenfalls im Jahre 2014 gewann er den So Blues-Preis (Europa Jazz) beim Sprungbrett des RDV de l’Erdre Festival in Nantes (FR) sowie 2016 das Sprungbrett des Bagnols Blues Festival in Bagnols-sur-Cèze (FR). 2017 vertrat er Luxemburg beim European Blues Challenge in Horsens (DK). Colling ist regelmäßig auf der Bühne und bei großen Musik-Events zu sehen. Er spielte bisher mehr als 50 Konzerte in Luxemburg, Frankreich, Belgien, Deutschland und Litauen, darunter im Vorprogramm von John Mayall, Aynsley Lister und Larry Carlton.

 

Im Oktober landete die CD Sun Yard weihnachtslieder – christmas Songs in unserem Postkasten. Der Absender bekannt, deshalb schnell ausgepackt, dann aber zunächst etwas enttäuscht. Es sind Weihnachtslieder. Im Oktober will ich einfach noch keine Weihnachtslieder hören, keinen Lebkuchen und keine Spekulatius sehen. Aber ich hab sie liegen lassen bis die Adventszeit begann.

Advent bedeutet sinngemäß Ankunft und Vorfreude. Wenige Tage vor dem ersten Advent hab ich die CD das erste Mal gehört. Wieder war ich ein wenig enttäuscht, weil mich die CD nicht sofort mitreißen konnte in die Weihnachtszeit. Dann haben wir sie zusammen in der Familie gehört, am 2. Advent, beim Plätzchenbacken. Die  großen Töchter kam zu Besuch, die jüngste wohnt ja noch zuhause. Plötzlich öffnet die Musik die Seele. Die Mädchen fingen an die alten Lieder mitzusingen. Die Musik bremste uns endlich und zwang uns zur Ruhe, zum Hinhören und zum Mitsingen. Es ist eine sehr feinsinnige Musik, die sich nur dann erschließt, wenn man zur Ruhe gekommen ist. Dann aber nimmt sie einen mit in eine Art Trance. Es entsteht eine heitere Stimmung, obwohl die Musik gar nicht so heiter vorgetragen wird.

Sun Yard ist ein Projekt der Sängerin Elena Janis und des Pianisten Wolfgang Torkler.

Sie schlägt mit ihrer Stimme Brücken von altem Volksliedgut hin zu modernem Song-Jazz. Er webt mit seinem Pianospiel den perfekten Klangteppich für diese berührende Stimme.

Aber halt, es sind nicht nur Weihnachtslieder wie der Titel uns glauben macht. Man findet auch Texte von Erich Kästner aus dem Zyklus „Die 13 Monate“ und einen Text von Joachim Ringelnatz auf der CD. Diese hat Torkler vertont. Eine sehr schöne Ergänzung zu den alten Weihnachtsliedern.

Australien meets Nashville

Jackie Bristow Shot of Gold. Das Album flatterte unvermittelt auf meinen Schreibtisch und wanderte sogleich in den Player. Empfangen wird man gleich mit dem Song Wistle Blowin'. Die Begleitung (Gitarre und Banjo) leicht und sparsam, die Melodie recht getragen. Der Text tiefsinnig. Eine gute Einstimmung auf die nächsten 9 Songs. Ja, man kann die CD auch nebenbei hören. Aber es lohnt sich wirklich, sich auf die Couch zusetzen und genau zu zuhören. Es ist keine Massenware. Das Album erscheint am 05.10.2018.

 

Jackie Bristows Musik ist gleichermaßen innig und raffiniert, kombiniert subtile, aber wunderschöne Melodien und Hooks, die den Zuhörer hypnotisieren, völlige Hingabe verlangen und dann mit dem Rückgrat eines echten Freundes bleiben. In Neuseeland geboren, aber dann mit Gitarre, Koffer und Liedern nach Australien und jetzt in die Vereinigten Staaten von Amerika verpflanzt, reist Jackie mit Leichtigkeit, hinterlässt aber kräftige Spuren. Jackie hatte die Ehre, die Vorgruppe für viele ihrer musikalischen Helden zu sein. Die Eröffnung für Bonnie Raitt in Neuseeland auf ihrer “Slipstream” Tour 2013 war ein wahr gewordener Traum. Jackie wurde 2017 eingeladen, um Bonnie Raitt auf ihrer “Dig in Deep” Tour zu begleiten. Jackie eröffnete für Foreigner 2017, Tommy
Emmanuel und Steve Miller Band in den USA 2016. Jackie war auch die Vorgruppe für viele andere bekannte Namen im Laufe der Jahre: Marc John, Oates, John Waite, Betty Lavette, BJ Thomas, Joe Ely, Marcia Ball, Charlie Robinson, Rick Springfield, Bob Schneider, Jimmy Lafave , Euge Groove, Ruthie Foster, Howard Jones, Herbert Grönemeyer, Phoebe Snow, Art Garfunkel, Daniel Lanois, Madeline Peryoux, Jimmy Webb, Paul Williams und Shawn Mullins u.a.


Jackies Live-Auftritte begeistern das Publikum. Jackies Songs wurden wiederholt in australischen und neuseeländischen Film- und Fernsehshows wie “Go Girls”, “Das geheime Leben von uns”, “Heim und Auswärts”, “Ungeheuerliches Glück”, “Shortland Street” und “Go Big verwendet. Ihr Lied “This is Australia” gewann den landesweiten Wettbewerb von Tourism Australia und wurde drei Jahre lang in seinen weltweiten Werbekampagnen gezeigt. Songs von den Alben “Crazy Love” und “Freedom” wurden an 7.000 Starbucks-Cafés in den USA in Rotation versetzt. Im Jahr 2014 wurde Jackie als New Southern Music Botschafter des Jahres ausgezeichnet. Jackie hat sich als Künstlerin erwiesen, die keine Anzeichen von Stillstand zeigt. 2017 zog Jackie in das Musikmekka Nashville, Tennessee, wo sie in Zusammenarbeit mit den Produzenten Viktor Krauss und Rick Price mit der Aufnahme ihres fünften Albums begann, das 2019 fertig sein wird. “Shot of Gold” kam in ihrem Heimatland Neuseeland in die Charts und erhielt Kritikerlob.

 

Konzerttip: 25.11.18 Halberstadt, Papermoon

Am 09.11.2018 stellte die Band JAZZ OPEN ihre aktuelle CD vor. Vor der Premiere sprachen wir mit Jenny Andraschke und Stefan Thesewitz über das Album.

 

Resonanz:

"Bernd Schallenberg und Salka Schallenberg führten vor dem Konzert von JAZZ OPEN am 9. November 2018 im JAZZ AM TURM ein Interview mit Jenny Andratschke und Stefan Theßenvitz.Neben kleinen Live-Ausschnitten aus der Probe vor dem Konzert seht und hört Ihr unseren Plausch über Jazz, also über das, was wirklich wichtig ist. Meine Lieblingssequenz im Video: Jenny singt RED WINE EYES (gegen Ende des Videos).

Vielen Dank Salka & Bernd für den schönen Film und euer Lob über unsere CD, das freut uns sehr! Wer dem Tipp von Bernd folgen möchte "Sollte man sich wirklich mal anhören", der findet unsere Scheibe hier: Streaming und Download: https://www.jazz-open.de/spotify-itunes-amazon-google-play…/

CD mit Booklet und allen Songtexten: https://www.jazz-open.de/

Die Website von Bernd Schallenberg sei allen an Kultur Interessierten hier empfohlen: http://www.kulturmd.de/"

 

Stefan Thesewitz (Jazz Open)

Groove, Sound, Magie, Inspiration, hohes Handwerk


Drei Tage volle Drönung. Die Hütte ausverkauft. Wirklich spannend. Das Pulbikum gierig nach Gitarrenmusik.
Den Anfang machten Hands on Strings (Thomas Fellow/Stephan Bormann).  Vom ersten Ton an absolute High Voltage. Was der Thomas so mit seiner rechten Hand spielt! Fast etwas unheimlich. Eine Mischung aus klassischer Zupftechnik, Hammerings und tausend anderen Dingen. Dazu immer wieder coole Flagolett-Einwürfe. Stephan kam mit einem Intrument nicht aus. Am meisten bleibt mir das Stück Conga im Kopf, vielleicht weil es in den Achzigern ein echter Chartbraker war. Auf der CD Prometheus wird dieses Stück von einer Mandoline gespielt. Hier hatte Stephan diese ersetzt und das Ganze mit der Ukulele zelebriert. Das Stück vom Popsound befreit. So klingen gute Popsongs bei den Masters of Guitar.

Das Rafael Cortes Trio bestritt den zweiten Teil des Abends. Flamenco in Reinstform. Mein absoluter Favorit des Abends: Eine oberamtliche Interpretation des Chick Corea-Klassikers Spain.
So energiegeladen und mit einem fantastischen Intro. Chick Corea wäre vielleicht ein wenig neidisch. Natürlich durfte Mediterranean Sundance nicht fehlen.

Am zweiten Tag dann zuerst Sönke Meinen, Absolvent der Dresdner Musikhochschule. Der Gitarrist hat eine wirklich freie und unbändige Spielweise. Ich habe so etwas vorher noch nicht gehört. Das Setup bestand aus eigenen Kompositionen, alle sehr dicht, trotzdem transparent. Das Stück Homeland sprieb Sönke auf dem Weg von Dresden nach Emden, wo er zu hause ist. Er hat es seinen Eltern gewidmet. Otto, der berühmteste Friesenjung unserer Zeit soll gesagt haben, daß Sönke das beste ist, was es unter der ostfriesischen Sonne gibt.

Dann kam Jule Malischke auf die Bühne. Singer/Songrwiter? Das ist zu wenig. Zu dem wunderbaren Gitarrensound gesellte sich eine angenehme Stimme. Eher eine siebente Saite der Gitarre. Obwohl – umgehrt benötigt ihr Gesang eigentlich keine Ergänzung. Jule hat erst die Meisterklasse im Fach Gitarre an der Musikhochschule Dresden mit Bravour abgeschlossen. Das hört man auch.

Den Abend beschloss Shane Hennessy. Soundmaster of Fingerpicking. Spaß und Spielfreude vom ersten Ton an. Er überraschte das eine und andere mal. Sein Stück Marakesch brachte auf sehr schöne Weise die Magie dieses Ortes rüber. Besonders beeindruckt war ich von seinem Neil Rodgers-Medley. Mit David Bowies Lets Dance ging dann dieses Stück zu Ende.
Das Absolute Highlight des Abends: Jule, Shane, Sönke und Stephan spielten Stevie Wonders Sir Duke. Im wahrsten Sinne des Wortes unerhört und einmalig.

Am Sonntag stand Adam Ben Ezra auf der Bühne. Der Mann am fünfseitigen Kontrabass aus Tel Aviv. Sphärische Sounds, Groove, Samples, Worldmusic. Ein Zauberer. Eine One Man Band. Adam verschohnte sein Publikum mit allzu viel Gerede. Statt dessen gab es satt auf die Ohren. Dann bot der Saitenkünstler noch eine Homage an den großen Paco de Lucia. Wahnsinn. Den Bass hat Adam bearbeitet, als ob er die Gitarre erfunden hat. Aber halt, da wäre noch der Klavierpart und  die Klarinette. In seinen Soundteppich fügte sich hier und da seine Stimme. Etwa eine Stunde lang hielt er alle in Atem.

Das Publikum foderte schonungslos Zugaben und belohnte alle Künstler mit Standing Ovations.
Ein sehr gelunges Festival, das nach Wiederholung schreit. Übrigens hat der anwesende Minister für Kultur vor dem Publikum für eine weitere Auflage geworben.

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