CD-Rezensionen

EINE MUSIKALISCHE LIEBESERKLÄRUNG AN DAS MITTELMEER

Eine Prise Modern Jazz, etwas Balkansprit, noch ein wenig Fusioneinflüsse und arabische Volksmusik. Dazu die Nähe zum Mittelmeer. Obendrauf die Spielfreude und die Neugier der Band auf Unentdecktes. Das scheint das Rezept des Omer Klein Trios. Der Titel ‚Radio Mediteran‘.
Neun frische und mitreißende Songs sind zu hören. Sie schlagen stilistisch einen weiten Bogen.
Dass diese abenteuerfreudige Mischung so gut funktioniert, liegt nicht nur an Kleins Klavierkünsten, sondern auch an der thematischen Klammer. Alle drei Musiker sind in der Nähe zum Mittelmeer aufgewachsen.

„Haggai, Amir und ich hören nach einem Konzert oft noch gemeinsam im Hotel Musik. Während der Tour zu ‚Sleepwalkers’ fiel mir auf, dass ein Großteil der Stücke, die wir uns vorspielten, aus Nordafrika, dem Balkan oder der arabischen Welt stammten.“ Diese Erkenntnis legte den Grundstein für „Radio Mediteran“. Omer Klein entwickelte eine Faszination für das Mittelmeer, studierte seine Geschichte, besann sich eigener Erinnerungen, ging den kulturellen Verbindungen und Vermischungen nach und hörte dabei immer wieder die Musik dieser Region. „Nach und nach erschien mir das Meer wie ein geheimer Kontinent, ein Kulturkreis, der viel mehr Gemeinsamkeiten hat, als sich viele Länder bewusst machen.“ Ein folkloristisches Album ist es dennoch nicht geworden, denn so Omer Klein: „Ich wollte diese Musik nicht kopieren. Wir haben eher versucht, sie aufzusaugen und in einen neuen, persönlichen Kontext zu bringen, um am Ende vielleicht gar ein neues Genre zu schaffen.“

Auch wenn die Musik – trotz eines Songs namens „Protest“ – keine mit dem Zeigefinger fuchtelnde, politische Ebene hat, schwingt diese natürlich mit. Aber: „Mir geht es darum, den Leuten bewusst zu machen, dass uns mehr verbindet als trennt. Das ist meine politische Botschaft. Unsere Geschichte zeigt, dass sich verschiedene Kulturen im Mittelmeerraum gegenseitig positiv beeinflusst und befruchtet haben.“ „Radio Mediteran“ hinterlässt den Hörer oder die Hörerin inspiriert und auf konstruktive Weise optimistisch – und lädt jeden ein, der Neugier auf neue Klänge verspürt, mit einer breiten Umarmung, in die Fans eines jeden Genres passen: „Ich beobachte, dass diese Berührungsangst immer mehr nachlässt“, sagt Omer Klein zum Abschluss. „Der Jazz, den Musikerinnen und Musiker aus meiner Generation spielen, scheint zunehmend Grenzen zu öffnen. Bei unseren Shows tauchen immer mehr junge Leute auf. Vielleicht sind wir ja tatsächlich in einer neuen Ära.“

Die Band kommt zu einem Konzert nach Deutschland und zwar am 22. November. Wer es nicht zum Konzert schafft, sollte sich das Album unbedingt ins CD-Regal stellen. Ein wirklich schönes Werk, auch nach vielem Hören.

Es gibt immer wieder schöne Überraschungen. So ist es auch  mit dem Album „Apart“ von Teresa Bergmann. Die mir bisher unbekannte Künstlerin nimmt den Zuhörer sogleich in Beschlag. Man muß einfach zuhören. Mal soulig, mal funky, etwas Jazzfeeling, eine Prise Folk. Alles wird durch die Stimme der Künstlerin zusammengehalten.
Entstanden ist ein anspruchsvolles Trennungs-Album mit experimentellen Vocal-Arrangements, kunstfertigen Streichern und einer ausgefeilten Soundästhetik.  Ein intensives Pop-Soul-Album

Von der Straßenmusikerin zur Studio-Tüftlerin: noch vor wenigen Jahren stand Teresa Bergman mit ihrer Akustikgitarre im Berliner Mauerpark. Es folgten zwei Releases und Tourneen durch Asien, Neuseeland und Deutschland.
Teresa Bergman ist weitgereist. Aufgewachsen in Wellington, Neuseeland, kam sie 2009 nach Europa. Im polnischen Breslau und in Leipzig studierte sie Sozialwissenschaften, und während eines Praktikums verliebte sie sich in Berlin. Bald spielte sie regelmäßig im Mauerpark. „Ich habe in der Zeit einen sehr perkussiven Gitarrenstil entwickelt, um gegen den Straßenlärm anzukommen“, erinnert sich die Künstlerin, die schon im Alter von neun Jahren vor neuseeländischen Einkaufszentren gesungen hatte, um ihr Taschengeld aufzubessern.
In Berlin fand die heute 32jährige, die alle Songs selbst schreibt, auch ihre international besetzte Band um Tobias Kabiersch (Bass), Pier Ciaccio (Drums) und Matt Paull (Keyboards). Mit den drei Musikern hat sie ihr zweites Album „Apart“ aufgenommen, co-produziert mit Bilderbuch-Produzent Sebastian „Zebo“ Adam.
„Apart“ ist deutlich weniger folkig als ihr erstes Album, viele Stücke haben eine dunkle Soul-Ästhetik, passend zu den oft melancholischen Songtexten. „Ich habe mir viele Gedanken über Grooves gemacht,“ sagt Bergman. „Bei jedem Instrument haben wir lange am jeweiligen Sound getüftelt.“ Die Streicherarrangements für Violine, Viola und Cello stammen vom Londoner Ben Barritt, der auch einige fulminante E-Gitarren-Soli beisteuerte.
„Apart“ beginnt mit Songs, die um das zentrale Thema des Albums kreisen: Trennungen. Der Titelsong wird mit einem schweren Gitarren-Riff, leichten Dissonanzen und einer geisterhaften Hammond Orgel eröffnet. „Apart“ – das kann „auseinander“ bedeuten, aber auch „hinreißend“, deutsch ausgesprochen. Teresa Bergman fügt eine weitere Möglichkeit hinzu, wenn sie sich fragt: von welchen Dingen möchte ich ein Teil, also „a part“ sein?
In „Hold Your Heart” setzt die Künstlerin das ein, was sie Vocal Percussion nennt: zischend-rhythmische Sounds, die einen bouncenden Disco-Funk einleiten. „Only Numbers“ ist anspruchsvoller Pop, der die Digital-Abhängigkeit unserer Zeit kritisch betrachtet. Er verdeutlicht Bergmans Vorliebe für raffinierte Gesangstechniken und experimentelle Stimmenverpflechtungen, wie man sie von der französische Sängerin Camille kennen mag.
„Semi-Professional Clown“ erinnert an Bergmans Vergangenheit als Sängerin in einem Barbershop-Quartett. Komplett selbst arrangiert, und nur mit ihrer eigenen Stimme instrumentiert, erzählt die Neuseeländerin hier von einer fiktiven Figur, die doch nahe an ihr selbst ist. Zentrale Frage: Was bedeutet Authentizität für die Kunst?
An „Mirror Girl“ hat Bergman seit zehn Jahren gearbeitet; sie nennt es eine „Folk-Fusion Extravaganza“. Der Song, dessen komplexe Akustikgitarren-Spuren von Joni Mitchell, aber auch jüngeren Folk-Heldinnen wie Ani di Franco inspiriert wurden, hat eine epische, filmische Qualität. Die treibenden Grooves im letzten Teil spiegeln Bergmans Vorliebe für Schlagzeug-Sounds a la Herbie Hancock ,wider.
„Apart“ ist ein vielschichtiges Trennungs-Album, das nicht bloß romantische, sondern auch familiäre Trennungen behandelt. Die Künstlerin selbst nennt es ein “coming-of-age record”. „Es geht um Fehler, und die Lektionen daraus. Um eine selbstbewusste Frau, die auch in der Lage ist, sich Schwächen einzugestehen. Denn: nur wer sich selbst wirklich liebt, wirkt apart.“

Ab Oktober ist Teresa Bergmann auf Deutschlandtournee

die Termine findet man auf ihrer Homepage www.teresabergman.com

Etta Scollo – Il Viaggio Di Maria

Wenn man sich das Album das erste Mal anhört fallen zunächst die sehr ungewöhnlichen Instrumente auf. Sie erinnern zum einen an Folklore,  zum anderen finden sich auch eine Barockgitarre oder eine Oud. Daraus kann man dann auch den Titel des Albums ableiten. Es ist eine  musikalische Reise durch die Jahrhunderte und Regionen der Welt. Der Titel des Albums verrät aber ebenfalls, dass es sich christliche Themen handelt.
Ich habe mich beim Hören zunächst auf das Reisen konzentriert. Dass es sich um Weihnachtslieder handeln könnte, war mit beim ersten Hören nicht bewußt. Das mag daran liegen, dass ich in einer eher der Religion abgeneigten Gegend aufgewachsen bin und somit mir christliche Themen doch etwas fremd sind.
Alles reist: Die Erde, die sich um ihre eigene Achse dreht, ihre Land- und Wassermassen, die Tiere auf ihr, die Menschen. Was sich bewegt, das lebt, und es hinterlässt Geschichten. Etta Scollo ist schon lange von diesem Mysterium fasziniert, davon, dass alles Leben im Einzelnen zyklisch verläuft, aber auch miteinander verbunden zu sein scheint.
Mit ihrem neuen Album begibt sich Etta Scollo auf eine Wanderschaft, widmet sich dabei der ewigen Bewegung jedoch aus einer gänzlich neuen Perspektive. “Il Viaggio Di Maria“ konzentriert traditionelle Weihnachtslieder aus ihrer Heimat Sizilien, welche die Flucht der mit dem Jesuskind schwangeren Maria von Nazareth nach Bethlehem zum Inhalt haben. Die Künstlerin setzt mit diesem Album der Jahrtausende alten Hirten- und Schäferkultur Siziliensein lebendiges Denkmal. Damit begibt sie sich erneut auf die Suche nach den eigenen Wurzeln, bringt Liedgut und Dichtung auf Tonträger und Bühnen, welche außerhalb Italiens unbekannt sind oder sogar gänzlich in Vergessenheit zu geraten drohen.
Wer Etta Scollo kennt, weiß jedoch sofort, dass es sich nicht um ein gewöhnliches Weihnachtsalbum handelt, dass sie sich stets auf mehreren Ebenen einem Thema hingibt. Unverwechselbar ist die Künstlerin in ihrer Leidenschaft, ihre Heimat mit ihren schimmernden musikalischen und sprachlichen Erbe unterschiedlicher Kulturen sichtbar werden zu lassen.
Die 14 Stücke des Albums sind keine Melodien, die in Kirchen zu hören waren, sondern auf den Plätzen und Straßen der Dörfer und Städte. „Ich kenne die Lieder seit meiner Kindheit, meine Tanten haben sie gesungen“, sagt sie. Sie wurden mündlich und von Generation zu Generation weitergegeben, und wäre nicht der Ethnomusikologe Antonio Uccello in den 1960er-Jahren durch das Land gereist, um die Lieder dieser Kultur in Tonaufnahmen zu sammeln, wäre wahrscheinlich vieles davon in der Zeit der Modernisierung Siziliens in den 1970er- und 1980er-Jahren verloren gegangen.
Gleichförmigkeit erwartet den Hörer nicht. Unterschiedlichsten Empfindungen – Mitleid, Sorge, Ehrfurcht oder Freude – wird mit den Liedern durch facettenreiche Instrumentierung und Gesang Ausdruck gegeben. Mit Daniel Moheit am Akkordeon und Multiinstrumentalist Fabio Tricomi unter anderem an Mandoline, Rahmentrommel, Oud, Dudelsack, Barockgitarre und diversen Flöten, gelingt ein Abbild dieses Stimmungstableaus. Und auch Gastmusiker sowie einen Chor hat Etta Scollo ins Studio in Bologna geholt. Zum Einsatz kommen damit vorrangig Instrumente, die noch heute traditionell verwendet werden, etwa von den „Orbi“, blinden Sängern, die in Sizilien vor Kirchen oder geschmückten Straßenaltären ihre Lieder spielen.
Diese Musik ist selbst gereist, durch Jahrhunderte und Kulturen, und dreht sich in den Stücken auch alles um die Reise Marias, hat man es doch mit eigenen kleinen Geschichten zu tun.
Entstanden nach der Christianisierung – genau datiert werden können sie nicht – haben sich die Hirtenlieder durch die Jahrhunderte hindurch immer wieder verändert. Ihren Charakter bildet „Il Viaggio Di Maria“ in ihrer zeitlosen sizilianischen Folklore ab, durch die etwa mit der Oud arabisches Erbe schimmert, zugleich getragen von der erdigen Wärme des Akkordeons und der Leichtigkeit der Flöte, so wie im Instrumentalstück „Pastorale messinese“.
Und überhaupt die Menschlichkeit. Allerspätestens am Ende des Albums wird überdeutlich, wie sehr Etta Scollo immer noch vom Thema Flucht – der unfreiwilligen Reise des Menschen in unserer Zeit – ergriffen ist. Weihnachten betrachtet sie „wie eine Art Knotenpunkt“, an dem sich Widersprüchliches kristallisiert, der Wunsch nach Frieden und Harmonie groß ist, sich in der Realität aber familiäre und politische Konflikte verschärfen, es laut und hektisch wird. In „San Giuseppe e Maruzza“ singt sie davon, wie Josef und Maria nach einer schweren Zeit unterwegs aus der kleinen, kalten Grotte, in der ihr Kind geboren wird, liebevoll ihr Zuhause machen. Josef fegt den Boden, Maria wäscht Wäsche, Josef hängt sie auf. „Darin steckt so viel Hoffnung, überall wieder ein Zuhause finden zu können“, sagt die Musikerin. Im Innenteil des Albums drückt sie es so aus: „Gewidmet den Völkern, ihren Frauen und Kindern, die seit Menschengedenken auf der Wanderschaft in die kommende Zukunft sind.“ Könnte sie sich etwas wünschen, dann das, sagt Etta
Scollo: Die Erkenntnis der Menschen, dass Marias Reise nicht beendet ist.

 

Etta Scollo - "Il viaggio di Maria - Marias Reise"-Tour

03.12. DE-Berlin, Quasimodo
04.12. DE- Weimar, Mon Ami
05.12. DE- Saarbrücken, Breite63
06.12. DE- Herdecke, Werner Richard Saal
14.12. DE- Neumühle, Kornspeicher
15.12. DE- Dresden, Dreikönigskirche
16.12. DE- Ingolstadt, Eventhalle Am Westpark
17.12. DE- Freiburg, Jazzhaus

The World of Hans Zimmer A Symphonic Celebration
Die größten Hits von Hans Zimmer, wie man sie noch nie gehört hat.

Für dieses Album hat Hans Zimmer seine größten Hits neu arrangiert und klangewaltige Konzertsuiten für Orchester, Chor und Band gestaltet.
In jeder Konzertsuite verarbeitet Zimmer die markantesten Melodien eines Soundtracks und entwickelt daraus ein neues in sich geschlossenes sinfonisches Werk. So erklingt die  Musik von „The Dark Knight“, The Da Vinci Code, König der Löwen, Fluch der Karibik und M:i-2 Mission: Impossible 2 wie noch nie zuvor. So ist es in der CD-Ankündigung zu lesen.
Aber: Schon lange vor dem Start der Dreharbeiten komponiert Zimmer in der Regel Suiten, die alle wesentlichen Bestandteile der späteren Filmmusik enthalten.  Diese dienen gegen Ende der Produktion als Basis für die Musik, die direkt zum Bild geschrieben wird.   Die Suiten selbst werden meistens im Film und auf dem Soundtrack verwendet – so z.B. sind die Titel 9 bis 13 aus dem Soundtrack zu The Da Vinci Code – Sakrileg die von Zimmer geschriebene Suite. Diese Arbeitsweise erklärt Zimmer in einem Interview folgendermaßen:
„Ich habe darüber nachgedacht, wie ich in letzter Zeit arbeite. Die Dinge schon vor den Dreharbeiten zu schreiben, ist der bessere Weg. Die Filmtechnologie hat sich in den letzten Jahren, insbesondere durch Computereffekte, so stark verändert, dass es nun möglich ist, auch noch etwas in letzter Minute am Film zu ändern. Ich glaube, der alte Weg zu warten, bis der Film fertig geschnitten ist, und dann die letzten sechs bis zwölf Wochen, oder wie lange auch immer, die Musik zu schreiben und aufzunehmen, funktioniert heutzutage nicht mehr. Deshalb ist es sinnvoll, einen Teil der Musik vor diesen zwölf Wochen zu schreiben. Damit hat man selbst und die Filmemacher dann etwas, mit dem man arbeiten kann, während man über die Musik zum Bild nachdenkt. So hat man möglicherweise mehr Einfluss auf den Stil des Films.“
Hans Zimmer selbst bezeichnet Ennio Morricone als sein großes Idol.
Das Album erschließt nicht unbedingt beim ersten Anhören, selbst, wenn man die einzelnen Filme gut kennt. Es lohnt also, die Musik mehrfach zu hören. Dann erschließen sich auch die stilistische Hommage an sein großen Vorbild.
Die CD ist bei Sony Classical erschienen. Es sind 15 seiner wichtigsten Filmmusiken vereint.
Im Herbst  ist Zimmer auf Europa Tournee. In Deutschland tritt er im November auf: Nürnberg, Stuttgart, Frankfurt/Main Hamburg und Berlin.





Es gibt viele israelische Songs, die auf russischen Songs basieren. Osteuropäische Melodien, versehen mit hebräischen Texten. Das wurde zu einem Folk-Idiom in Israel. Dann gibt es Komponisten, die den mediterranen Sound und die arabischen Rhythmen der Darabouka mit westlichen Harmonien verbanden. Das brachte einen speziellen Sound hervor. Dieser Sound bin ich.

So Avishai Cohen

Frischer und sehr cooler Fusion-Jazz aus Isreal

Cohen, in Israel geboren, gehört zu den 100 wohl einflussreichsten Bassisten des 20. Jahrhunderts. Sein neues Album Arvoles kommt sehr frisch rüber. Ein wenig, aber wirklich nur ein wenig fühlt man sich an Miles Davis‘ Tutu erinnert. Etwa am Anfang von Gesture 1.

Klassische Musik und afrokaribische Rhythmen, Bebop und Hardbop, Swing und HipHop – auf „Arvoles“ finden sich reichlich Spurenelemente. Aber mit jedem neuen Album scheint vor allem Cohens Persönlichkeit stärker durch. „Der Jazz-Visionär globalen Ausmaßes“, um das Down Beat-Magazin zu zitieren, fühlt sich in seiner eigenen Haut heute wohler denn je. „Ich schätze, dass ich gelernt habe, schneller auf den Punkt zu kommen, in der Musik, aber auch im Leben“, reflektiert Cohen.

Im Jahr 1992 zog er nach New York, wo er sich anfangs u.a. als Möbelpacker und Bauarbeiter durchschlagen musste und sein Bassspiel meist nur in Parks oder U-Bahnen zu hören war. Er besuchte dort auch die New School for Jazz and Contemporary Music. Nach gemeinsamen Auftritten mit Größen wie Paquito D’Rivera, Joshua Redman, Wynton Marsalis oder Roy Hargrove engagierte ihn der Latinjazzpianist Danilo Pérez für seine Band, und 1996 holte ihn dann der Weltklassepianist Chick Corea in sein neu formiertes akustisches Sextett Origin.

 

Cohen geht immer neue Wege. Deswegen nimmt sich „Arvoles“ („Bäume“ in der romanischen Sprache der sephardischen Juden) gänzlich anders aus in Klang und Anmutung. „Diesmal wollte ich mein Augenmerk auf etwas Neues lenken. Ich betrachte ‚Arvoles‘ als neue Musik, die meine Welt der letzten paar Jahre spiegelt. Sie reflektiert, wenn man so will, ein anderes Merkmal meiner Persönlichkeit“, sagt Avishai Cohen.

„Arvoles“ enthält acht neue Instrumental-Kompositionen, die in den letzten Jahren entstanden, und einen überlieferten Song. Den Plan, sämtliche neun Stücke für das neue Album zusammenzustellen, hatte Cohen zunächst nicht. Die Kompositionen reiften unabhängig voneinander, zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Dennoch spielen sie einander zu und wirken wie aus einem Guss. „Arvoles“ wurde mit dem Schlagzeuger Noam David aus Israel und dem Pianisten Elchin Shirinov aus Aserbaidschan aufgenommen. Beide sind hervorragende Musiker und eigenständige Komponisten. Sie begleiten Cohen auch während seiner kommenden, weltumspannenden Tour, die weit bis ins Jahr 2020 hineinreichen wird.

„Der Grundgedanke hinter den Aufnahmen zum neuen Album war, mehr durch weniger zu erzählen“, erklärt Cohen. „Es braucht freilich reichlich Erfahrung, um dieses Ziel erreichen zu können.“ Die Musik ist klar gekennzeichnet von ihrer einzigartigen, definierenden DNA – ein Merkmal, das Cohen erst entdeckte, als die Aufnahmen bereits vollendet waren. „Es ist unmöglich, vor mir selber zu fliehen, selbst, wenn ich es wollte“, sagt Cohen über seine kompositorische Handschrift, die wie ein roter Faden durch „Arvoles“ führt.

 

„Die meisten der neuen Kompositionen beschäftigen sich mit Rückblicken, wie es scheint. Sie umfassen sogar Horns, denen ich in meiner Musik eine ganze Weile lang keinen Platz mehr eingeräumt hatte“, sagt Cohen. Posaunist Björn Samuelsson und Flötist Anders Hagberg dimensionieren „Arvoles“ zusätzlich. „Man kann sagen, dass ich mich meinen Wurzeln wieder zuwende“, konstatiert Cohen. „Aber das geschieht mit der Reife und der Vision, die ich in den letzten Dekaden gewinnen konnte. Nostalgie ist in ihrer besten Form das stärkste, romantischste, aufrichtigste und bittersüßeste Gefühl. Und ich finde, dass sie überall in der neuen Platte zu spüren ist, von ‚Childhood‘ über ‚New York ’90’s‘ bis zu ‚Nostalgia‘.

„Ich darf auf eine überaus glückliche Kindheit zurückblicken und bin deswegen sehr stolz darauf, dass ein Gemälde meiner Mutter Ora Cohen das Cover meines neuen Albums ziert“, berichtet Cohen stolz. „Sie ist eine eigenständige Malerin und mit ihrer Malerei auf der Hülle meiner Platte schließt sich für mich ein Kreis. Es füllt mich mit großem Stolz, ihre Arbeit auf diese Weise mit meiner zu verbinden.“

 

Im Herbst is Cohen auf Tour. Er macht Station in Braunschweig, Berlin, Hamburg und in Halle /Saale.

www.avishaicohen.com

Im Frühjahr dieses Jahres tourten sie durch Deutschland. Uns erreichte die CD mit der freundlichen Bitte um eine Rezension. Also CD in den Player und schon geht die Post ab. Gute Laune vom ersten Takt an. Und bleibt so bis zum letzten Takt. 12 Songs Mal mehr Pop, mal  etwas mehr Chanson.

Im Jahr 2017 erschien ihr viertes Studioalbum. Drei Jahre nach dem Album Euphoria.
Texte und Melodien entstanden während der letzten Europatournee.

Melodien eingängiger E-Gitarren, rhythmische Präsenz und verschlungene Stimmen prägen die Konturen eines dichten und perkussiven Albums. Wie das Duo es selbst beschreibt.

Die Texte zeigen in filigraner Weise den poetischen Horizont von CARROUSEL auf.

Das Album wurde in den legendären Brüsseler ICP-Studios aufgenommen und in Zürich von Lars Christen abgemixt. Ein aufstrebender Star der Schweizer Popszene. Das verleiht dem Album eine moderne und umwerfende Note.

Die Musiker Sophie Burande und Léonard Gogniat lernten sich 2007 in Südfrankreich kennen. Beide spielten sie Akkordeon auf einem Marktplatz in einem kleinen Dorf. Sie begannen zusammen zu spielen und merkten, dass sie musikalisch auf derselben Ebene waren und beschlossen zusammen ein Projekt zu starten. So begannen sie mit Carrousel, entwickelten Lieder und traten vor Publikum auf. Seither sind sie auch ein Liebespaar. Seit 2012 setzen sie nur noch auf die Musik und haben ihre Berufe als Lehrer aufgegeben. Ihre Texte schöpfen sie aus dem alltäglichen Leben und ihrer Umwelt. Auf der Tour arbeiten sie mit weiteren Musikern zusammen.

In den nächsten Monaten kommen Carrousel noch einmal nach Deutschland. Einfach mal auf die Künstlerseite schauen. https://www.carrousel-musique.com/live






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