Magazin

Bertolt Brecht Lied einer Liebenden

Aus Liebeslieder
Rezension: Christian Hardinghaus "Ein Held dunkler Zeit"

Europaverlag Christian Hardinghaus "Ein Held dunkler Zeit"

Der Nachlass des Frontarztes Helmut Machemer war über Jahre einfach weggeräumt, aus dem Leben verschwunden. In über 30 Kriegswochen, vom Herbst 1941 bis Frühjahr 1942 sind in zahlreichen Briefen, Fotos und sogar Filmaufnahmen dokumentiert. Der Historiker Christian Hardinghaus hatte die hochinteressante und dankbare Aufgabe zusammen mit dem Sohn Prof. Dr. Hans Machemer dieses Privatarchiv zu sichten und für die Öffentlichkeit aufzubereiten. Mit dem Roman Ein Held dunkler Zeit" stellt der Historiker Christian Hardinghaus das Leben und Sterben deutscher Soldaten an der Ostfront 1941/42 in den Focus. Es ist die Geschichte des Frontarztes Machemer, wenn auch unter dem Namen Wilhelm Möckel. Der Ich-Erzähler war Sanitäter unter dem Arzt und erzählt im hohen Alter von seinen Erlebnissen an der Front. Das gibt dem Ganzen etwas stark emotionales und der Leser erhält so einen unverstellten Einblick in die damalige Zeit. Aber auch das Thema der Judenverfolgung in der Heimat des Arztes spielt eine große Rolle, zumal die Frau des Arztes Jüdin ist. Ein aufrüttelndes Buch.
Zu dem Roman ist zeitgleich das Sachbuch Wofür es lohnte das Leben zu wagen" erschienen. Hans Machemer und Christian Hardinghaus haben Briefe, Fotos und Dokumente des Arztes zusammengestellt. Eine DVD mit Filmaufnahmen ist beigefügt. Heute gut 80 Jahre nach der Reichsprogromnacht ist dieses Zeitdokument ein wichtiger Baustein zur Aufarbeitung unserer Geschichte. Es darf nicht mehr sein, dass die Kriegsgeneration weiter schweigt. Inzwischen sind viele über 80 oder 90 Jahre alt ist, auch diesen Menschen muss eine eine Stimme gegeben werden.

Gedichte zum Frühling

BEGEGNUNG IN DER KASTANIEN-ALLEE
Rainer Maria Rilke: Der neuen Gedichte anderer Teil - Kapitel 70 Zuerst erschienen: 1908
Hört endlich zu  Frank Richter

 

Rezension: Frank Richter „Hört endlich zu!“ Eine Streitschrift.

Es ist ein kleines handliches Buch, passt gut in die Handtasche. „Hört endlich zu! Weil Demokratie Auseinandersetzung bedeutet.“, so der Titel, geschrieben von Frank Richter. Erschienen im ullstein Verlag 2018 als Streitschrift, wie es auf dem Cover steht. Streitschrift, wer ist Frank Richter, das hat mich neugierig gemacht. Der Autor ist Theologe, der der in Dresden den Dialog mit PEGIDA gesucht hat. Schon in der Zeit der friedlichen Revolution hat er in Dresden versucht, zwischen der Staatsgewalt und den Demonstranten zu schlichten.
Nun sitze ich im Wartezimmer beim Arzt und lese das Buch, weil es so gut in meine Tasche gepasst hat. Der Autor steigt gleich aufrüttelnd ein: Deutschland 2018, die politische Lagebeschreibung. Lässt sich das so einfach in ein paar Zeilen, Seiten fassen? Schnell macht Frank Richter klar, wo wir stehen – der radikale Umbruch, ein Epochenwandel, wie die Ablösung des Mittelalters durch die Neuzeit. Der Theologe zählt die Fakten dazu auf, geht zurück in die Zeit Ende der 1980er Jahre als das sowjetische Imperium wie ein Kartenhaus zusammenbrach über die Klimaerwärmung bis hin zu den aktuellen gesellschaftlichen Problemen und die zunehmende Digitalisierung. Wichtig ist zu erkennen, dass zwar die Politiker in der Verantwortung sind, aber all die politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen von Menschen gemacht sind. So ist jeder Einzelne auch Teil des Ganzen. Anhand der Ballade von Goethe, die jeder nur allzu gut kennt, macht der Autor klar, das es diesmal viele Zauberlehrlinge sind und die sogar gleichzeitig alles in Gang setzten. Das kann nicht nur ein Hexenmeister bändigen, das wäre auch zu schön.
Der Theologe analysiert tiefgreifend, warum die Bürger von der Demokratie enttäuscht sind und die politische Ordnung in Frage stellen. Er geht sogar soweit, dass er die friedliche Revolution in der DDR als unvollendet sieht. An zahlreichen Beispielen zeigt er auf, woran sich das festmacht. Nicht nur das, Frank Richter geht noch weiter und zeigt auf, dass die Integration der Ostdeutschen in das neue demokratische System der BRD bis heute nicht ausreichend erfolgt ist. Alles in allem ist es eine offene Auseinandersetzung mit dem nach dem zusammengehen von DDR und BRD neu entstandenen Staat. Nicht nur auf politischer Ebene, sondern auch gesellschaftlich und zwischenmenschlich. Schlussfolgernd daraus ergibt sich die Notwendigkeit, auch mit Parteien wie der AfD, die nun mal in den Landtagen und im Bundestag vertreten ist, einen konstruktiven Diskurs zu führen. Ein Buch, dass zeigt, dass unsere Demokratie die Chance auf eine Erneuerung hat. Nicht mit radikalen Veränderungen sondern durch ein Miteinander der politischen Strömungen, wo jeder sich einbringen muss.
 
 
Rezension: Unterwegs in Nordkorea

 

Rüdiger Frank Unterwegs in Nordkorea. Eine Gratwanderung, DVA Verlag

 

Seitdem der Autor Rüdiger Frank 1991/92 ein Sprachsemester in Pjöngjang verbracht hat, bereist er Nordkorea regelmäßig. 2014 erschien sein Buch zu Nordkorea „Innenansichten eines totalen Staates“. Zur Buchmesse in Leipzig 2018 erschien im DVA Verlag sein Buch „Unterwegs in Nordkorea. Eine Gratwanderung“. Rüdiger Frank fasst seine Reiseerfahrungen zusammen, gibt praktische Tipps und überraschende Einblicke in den Alltag und die Kultur Nordkoreas. Mit seiner erfrischenden Art weckt er beim Leser das Interesse für Nordkorea. Auch wenn für uns Europäer so manches befremdlich ist, so schafft es der Autor aufzuzeigen, welche kulturellen Werte dieses Land hat und warum es sich lohnt, Nordkorea für sich zu entdecken.

zum Interview: Unterwegs in Nordkorea

 

Die Stadt im Wandel der Zeit

Die Hubbrücke wurde Mitte der 1990ger Jahre stillgelegt. Dank eines privatenInvestors konnte die Brücke in der Vergangenheit zum Teil restauriert werden. Heute ist sie nur für Fußgänger passierbar.

 
 

 

 
Go to top
Template by JoomlaShine