Forschung zu Otto Nagel

Als Journalistin und Enkelin von Otto Nagel arbeite ich seit Juli 2019 an einem Forschungsprojekt. In Kooperation mit der "Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur" ist es mir möglich, Akten aus verschiedenen Archiven - Landesarchiv Berlin, Bundesarchiv Berlin-Lichterfelde, Archive verschiedener Museen, Archiv der Akademie der Künste Berlin etc., einzusehen und mit Kopien zu arbeiten. Schon der Titel des Forschungsprojektes zeigt die Vielschichtigkeit dieser Forschung: "Otto Nagel - sein Wirken in der ehemaligen DDR, seine Überwachung durch das MfS und der Umgang des Staatsapparates der ehemaligen DDR mit seinem Erbe nach seinem Tod im Jahr 1967" .

Familiengeschichte Otto Nagel

Salka(-Valka) Schallenberg, Enkeltochter des Künstlers Otto Nagel  #OttoNagel #ottonagel125

Juli 2019 Start Forschungsprojekt über den Künstler Otto Nagel: Im Mittelpunkt stehen sein Wirken in der DDR sowie der Umgang des Staatsapparetes DDR mit dem künstlerischen Nachlass.  Das Projekt wird die Schikanen durch das Mfs und die Kulturfunktionäre der DDR gegen die Familie versuchen zu erhellen.

Ein Forschungsprojekt im Auftrag der Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur.

Intension Forschungsprojekt
- von klein auf lernte ich die Achtung vor dem Künstler Otto Nagel kennen
- auch wenn es mein Großvater war, so gab es immer nur Otto Nagel
- ich wuchs in Berlin-Biesdorf, nicht weit vom Haus meiner Großmutter Walentina Nagel, auf
- im Haus meiner Großmutter war das Atelier von Otto Nagel mit einer Staffelei, eine große Palette und viele Ölfarben und Pastellstifte – und überall standen Bilder

- nicht nur dort habe ich meine Kindheit verbracht, auch im „Otto-Nagel-Haus“ am Märkischen Ufer in Berlin
- von 1973 bis 1979 leiteten es meine Eltern voller Engagement
- zusammen mit Walentina Nagel organisierten meine Eltern wechselnde Sonderausstellungen und ein offenes Angebot für Kunstinteressierte

- 1979 Konflikt mit der Kulturpolitik der DDR, das Haus von der Familie war wohl zu sehr privat geführt, Otto Nagels Bilder kommen zurück in das Biesdorfer Atelier

- 1982: staatlich verordnete „Wiedereröffnung“ des Otto-Nagel-Hauses: Nagels Werke als Teil der „proletarisch-revolutionären und antifaschistischen Kunst“. Hier ist sie versammelt die so genannte „sozialistische deutsche Kunsttradition“

- 1983 stirbt Walentina Nagel – als Kind erlebte ich, dass es keine Wertschätzung mehr gegenüber dem Künstler Otto Nagel gibt

- Tochter Sibylle will das Vermächtnis ihrer Eltern erfüllen: das Wohnhaus in Biesdorf als öffentliche Gedenkstätte, Eröffnung 1984 zum 80. bzw. 90. Geburtstag von Walentina und Otto Nagel
- der Staat beansprucht das Erbe für sich. Kunst im Eigentum der DDR - Volkseigentum.
- das Haus mit Atelier wird nach langem Hin und Her als leere Hülle und schon schwer beschädigt an die DDR veräußert. Ein Gästehaus mit Namen „Otto-Nagel“, verwaltet vom Kulturfond.

- mein ältester Bruder Tim, der all das als Jugendlicher erlebte, stellt einen Ausreiseantrag, Ausreise 1988
- ich selbst werde von der EOS verwiesen, kann kein Abitur machen

Nach 1990 erfolglos Antrag auf Rehabilitierung als politisch verfolgte Schülerin und auf Rückübertragung.

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