Forschung zu Otto Nagel

Gesucht werden Hinweise zum Verbleib des Bildes "Jungkommunist" von Otto Nagel:

WVZ 157 Jungkommunist 1930/31
Öl auf Leinen, 82,5 cm x 62 cm Ohne Bez. im dunkelbrauen Holzrahmen

war ab 1973 im Otto-Nagel-Haus Ost-Berlin ausgestellt,

letzte Ausstellung "Otto Nagel Leben und Werk 1894-1967, 10. April bis 8. Juni 1987, Städtische Galerie Schloß Oberhausen in Zusammenarbeit mit dem Ludwig-Institut für Kunst der DDR, Oberhausen BRD

letztmalig zu sehen
Verkaufsausstellung "Gemälde, Pastelle und Zeichnungen von Otto Nagel (1894 – 1967)
und Skulpturen von Otto Pankok (1893 – 1966)"  28. November 2003 bis 1. Februar 2004, Galerie am Wasserturm

MDR 28. September 2020: Exakt - Die Story: Der Maler Otto Nagel oder wem gehört die Kunst - gesendet am 30. September 2020, Länge 30 Minuten

Film über Otto Nagel in der ARD Mediathek sehen!

Film über Otto Nagel in der MDR Mediathek sehen!

Film MDR Otto Nagel
(c) MDR

Pressemeldung MDR 28. September 2020: Exakt - Die Story: Der Maler Otto Nagel oder wem gehört die Kunst

Der Film erzählt am Mittwoch, 30. September 2020, 20.45 Uhr im MDR-Fernsehen vom langen Streit um das Erbe des Künstlers und überrascht mit einem Angebot, das Ex-DDR-Staatssekretär Kurt Löffler macht, der sich schon in den 1980ern für eine einvernehmliche Lösung engagierte.

Seit mehr als 30 Jahre kämpfen die Erben des Berliner Malers Otto Nagel (1894 - 1967) um ihr Erbe. Mehr als 300 Kunstwerke hatte die DDR 1985 von den Nagels übernommen. Zunächst verlangte das Finanzministerium eine Erbschaftssteuer von 1,6 Millionen Mark von der Tochter Nagels, erließ sie aber, als die Familie anbot, im Gegenzug den Nachlass den staatlichen Einrichtungen zu schenken.

Mit der Geschichte Berlins und der DDR verwobenes Künstlerleben

Akten im Bundesarchiv belegen: Die Staatsführung der DDR betrachtete das Oeuvre des heute in der Kunstwelt wenig beachteten Otto Nagel als nationales Kulturgut. Kaum ein Künstlerleben des 20. Jahrhundert ist mit der Geschichte Berlins und der DDR so verwoben wie seines. In den 1920er Jahren brachte der Sozialdemokrat und spätere Kommunist das Arbeiterleben im Wedding auf die Leinwand. Er überstand Nationalsozialismus, Krieg und eine kurzzeitige Internierung in Sachsenhausen. Nach 1945 übersiedelte er in die DDR, stieg hier als Präsident der Akademie der Künste zum geachteten Kulturfunktionär auf, um kurz darauf in Dissens zur staatlichen Kunstauffassung zu geraten.

"De-facto-Enteignung"? - Enkeltochter ruft Forschungsprojekt ins Leben

Nach seinem Tod 1967 übernahm zunächst seine Witwe Walli Nagel das Erbe, brachte es ein in ein eigenes, ihrem verstorbenen Mann gewidmetes Museum - das Otto-Nagel-Haus in Berlin. Doch von Beginn an stand die vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit unter einem schlechten Stern. Walli Nagel zog ihre Bilder aus der Ausstellung zurück. Ein langjähriger Kampf ums Erbe begann. 1998 scheiterte die Familie mit ihrem Versuch, ein Restitutionsverfahren anzustreben, welches das rechtskräftige Urteil hätte beseitigen und eine neue Entscheidung herbeizuführen können.

Nun hat die Enkeltochter mit ihrem Mann ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, um die Geschichte der aus ihrer Sicht stattgefundenen Enteignung beweisen zu können. Der Kunstrechtsexperte Ulf Bischof hält jedoch die Restitution solcher Sammlungsübernahmen per Erbschaftssteuer für fast aussichtslos. Die Erben müssten beweisen, dass politische Gründe den Ausschlag für deren Festsetzung gegeben haben. Denn Finanzbescheide der DDR würden zunächst als gültig hingenommen.

Überraschendes Angebot von Ex-Staatssekretär im Zuge der MDR-Recherche

Im Zuge der MDR-Recherche für den Film tauchten nun Indizien auf, die die Grundlage für eine erfolgreiche Wiederaufnahme der Restitution bilden könnten.

Der ehemalige Staatssekretär im Kulturministerium Kurt Löffler gibt erstmals zu diesem Thema ein Interview. Nach seinen Angaben sei er ein Freund von Walli Nagel gewesen. Er habe bis Anfang der 1980er Jahre versucht, eine einvernehmliche Lösung in dem Streit herbeizuführen. Erstmals spricht er davon, dass es sich bei der Steuerforderung für das Nagelsche Oeuvre um eine "De facto-Enteignung" gehandelt habe. Es habe von Seiten der Berliner Museen und Institutionen Interesse bestanden, die Kunstwerke zu übernehmen. Und am Ende des Films unterbreitet Kurt Löffler ein überraschendes Angebot.

Pressekontakt:

MDR Landesfunkhaus Thüringen, Jens Borghardt, Presse-/Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: (0361) 2 18 12 96, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Seit Sommer 2019 arbeiten wir an unserem Forschungsprojekt über Otto Nagel unter dem Titel "Otto Nagel - sein Wirken in der ehemaligen DDR, seine Überwachung durch das MfS und der Umgang des Staatsapparates der ehemaligen DDR mit seinem Erbe nach seinem Tod im Jahr 1967" .
In Kooperation mit der "Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur" gelang es uns innerhalb von wenigen Monaten die relevanten Akten zu finden. über 2.500 Seiten aus Akten des Ost-Berliner Magistrats, Ministerium für Kultur der DDR und anderer Institutionen, aber auch aus den Akten zur Restitution des künstlerischen Nachlasses nach 1990 waren schließlich von uns auszuwerten.
 
Nun ein Jahr später steht für uns fest: Wir können eine Enteignung der Familie Schallenberg-Nagel von staatlicher Seite in 6 Schritten ab 1972 nachweisen. Involviert in den "Kunstraub": der Ost-Berliner Magistrat, Ministerium für Kultur der DDR und Berliner Museen. Weitere Akten sind in den kommenden Monaten zu recherchieren und auszuwerten.
 
Zwei wesentliche Ergebnisse stehen fest:
1. Einen Steuerbescheid, wie etwa bei den Sammlern in der DDR üblich, gab es nicht. Vermutlich handelt es sich hier um eine konstruierte Steuerschuld, um an den künstlerischen Nachlass zu kommen. 1992 hat meine Mutter Sibylle Schallenberg-Nagel die Rückgabe der staatlicherseits entzogenen Bilder inklusive des Wohnhauses von Walentina und Otto Nagel, dass durch staatlichen Druck verkauft wurde, beantragt. Das Restitutionsverfahren ist 1998 endgültig gescheitert. Die uns vorliegende Akte zeigt, dass das Verfahren sachliche Fehler hat, teilweise fehlen Beweisstücke.
 
2. Die Geschichte der sog. "Sammlung Franz Worms" aus der BRD, die 1970 Walentina Nagel für das Otto-Nagel-Haus käuflich erworben hat, lässt sich vermutlich bis in das Jahr 1966 zurückverfolgen. Die Bilder hat ein Berliner Museeum immer wieder für sich beansprucht, wie zahlreiche Dokumente belegen. Auch noch mit einer Klage gegen Sibylle Schallenberg-Nagel Anfang der 2000-er Jahre. Schließlich sind die Bilder der Familie 2005 vom OLG Brandenburg zugesprochen worden. In Internet findet sich das Urteil unter diesem Gesichtspunkt: "Urteil Bilder Otto Nagel BGB § 985 § 1006 Zum Volkseigentum an Kunstwerken in der ehemaligen DDR - Zur Widerlegung der Eigentumsvermutung gem. § 1006 BGB im Bezug auf Museumsinventar".  Urteil Neuruppin 2003 und Urteil OLG Brandenburg 2005
 
Aber noch etwas ist wichtig. Ich konnte in dem letzten Jahr auch meine Großeltern Walentina und Otto Nagel für mich (wieder-)entdecken. Otto Nagel war in unserer Familie immer der Künstler, den wir mit Hochachtung begegneten. Nun kann ich endlich sagen: Otto Nagel, mein Großvater. Und meine Großmutter Walentina Nagel? In den Akten konnte ich viele ihrer Briefe finden. So ist sie mir noch näher als schon durch unsere gemeinsame Zeit in der Kindheit. Und meine Eltern? In den Akten fanden wir auch die Geschichte um das "Otto Nagel Haus". Jetzt weiß ich um das Engagement meiner Großmutter und meiner Eltern für den Erhalt des künstlerischen Nachlasses von Otto Nagel und dafür, dass die Öffentlichkeit sein Werk für sich entdecken kann.
Forschungsprojekt Otto Nagel Stand der Dinge November 2019

Forschungsprojekt Otto Nagel Stand der Dinge November 2019

Wir werten derzeit 1.500 Seiten Aktenmaterial aus.

Auf etwa 500 Seiten aus dem Büro des Staatssekretärs für Kultur der DDR haben wir umfangreiche Hinweise gefunden, die den repressiven Druck seit dem Tod von Otto Nagel auf die Familie deutlich machen. Daran lässt sich erkennen, dass die sogenannte Schenkung der Tochter Otto Nagels an den Staat nicht freiwillig erfolgt ist.
Die Eltern wurden an der Nase herum geführt. Man hat ihnen scheinbar Zugeständnisse gemacht, damit sie der Schenkung zustimmen würden. Tochter und Witwe Nagel wurden gegen einander ausgespielt.
Die Sprache ist bewusst verwirrend. Jeder noch so starke Druck auf die Familie wird immer so dargestellt, dass jeder daraus freiwilliges Handeln  durch die Familie ableiten muss.
Wir können damit gleichwohl die Aussagen der Eltern gegenüber Journalisten nach 1990 über diese Machenschaften untermauern.

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weltoffen

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4. christlich-muslimisches Gespräch

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21.01.19.Das christlich-muslimisches Gespräch ist inzwischen Tradition. Dieses Mal ging es um Fanatismus in der Religion. Religion kann Frieden schaffen oder aber zerstören, Konflikte einhegen oder befeuern. Doch wie geht man mit Fanatismus um? Wie entsteht Fanatismus und wie kann man Fanatismus wirksam begegnen? Wir sprachen am Rande mit Vertretern der beiden Religionen.

 

Dieser informative interreligiöse Dialog soll einen sinnvollen Beitrag für ein friedliches, respektvolles Zusammenleben in Magdeburg leisten.

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Interview Christoph Dieckmann "Mein Abendland"

"Mein Abendland. Geschichten deutscher Herkunft"

Es ist ein Buch über Identitäten. Christoph Dieckmann spürt die historischen Wurzeln der Gegenwart auf. Salka Schallenberg traf den Autor auf der Leipziger Buchmesse 2017 zum Gespräch über deutsche Wurzeln, Heimat und ein verlorenes Land.
 
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Zweiheimisch-Diwan

Live-Vernissage eines Orient-Wiki für Magdeburg / Interkulturprojekte aus Magdeburg präsentieren Lyrik, Kalligrafie zum Mitmachen, Musik, Bücher

für Demokratie

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Bundesbeauftragter für die Stasi-Unterlagen Roland Jahn im Gespräch

Neue Gräben zwischen Ost und West?

Wiederaufkeimendes „Wessi-Bashing“ auf der einen Seite, dezentes Desinteresse auf der anderen: Im Jubiläumsjahr des Mauerfalls erscheinen die innerdeutschen Verhältnisse alles andere als harmonisch. Vor diesem Hintergrund war der Bürgerrechtler und Bundesbeauftragte der Stasi-Unterlagen Roland Jahn am Mittwoch, 16. Oktober, zu einem öffentlichen Gespräch mit dem Journalisten Bastian Wierzioch unter der Überschrift „30 Jahre nach der friedlichen Revolution: Neue Gräben zwischen Ost und West?“ um 19.30 Uhr in der Stadtbibliothek Magdeburg zu Gast.

 

Wir sprachen mit Roland Jahn im Vorfeld der Veranstaltung.

Länge ca. 17 min

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Lesung Deutsch-Deutsche Momentaufnahmen

Das geteilte Dorf Zicherie-Böckwitz

40 Jahre deutsche Teilung – jetzt 30 Jahre ein Land. Zusammengefasst in meinem Buch „Deutsch-Deutsche Momentaufnahmen“, erschienen Anfang 2020 im Herkules Verlag. Vereint in diesem Buch: Schicksale, Hoffnungen – ein Zeitraffer quer durch unser Land. Aber es geht auch um die Suche nach Freiheit in der DDR, das zusammenkommen in einem Land und den Rückblick 30 Jahre später.

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Grenzland Sorge im Harz

Deutsch-deutsche Momentaifnahmen

Deutschland ist nun seit 30 Jahren wieder ein Land. Die deutsch-deutsche Teilung Geschichte.  Dennoch ist es uns ein Bedürfnis immer wieder daran zu erinnern, dass es einmal anders war.

Vor einiger Zeit erschien das Buch deutsch-deutsche Momentaufnahmen von Salka Schallenberg. nun wollen wir uns auf den Weg machen, die beschriebenen Orte und Geschichten nachzuempfinden.

 

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