Der Jungkommunist, Otto Nagel
Der Jungkommunist, Otto Nagel

Gesucht werden Hinweise zum Verbleib des Bildes "Jungkommunist" von Otto Nagel: WVZ 157 Jungkommunist 1930/31Öl auf Leinen, 82,5 cm x...

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MDR 28. September 2020: Exakt - Die Story: Der Maler Otto Nagel oder wem gehört die Kunst - gesendet am 30. September 2020, Länge 30 Minuten

Film über Otto Nagel in der ARD Mediathek sehen!

Film über Otto Nagel in der MDR Mediathek sehen!

Film MDR Otto Nagel
(c) MDR

Pressemeldung MDR 28. September 2020: Exakt - Die Story: Der Maler Otto Nagel oder wem gehört die Kunst

Der Film erzählt am Mittwoch, 30. September 2020, 20.45 Uhr im MDR-Fernsehen vom langen Streit um das Erbe des Künstlers und überrascht mit einem Angebot, das Ex-DDR-Staatssekretär Kurt Löffler macht, der sich schon in den 1980ern für eine einvernehmliche Lösung engagierte.

Seit mehr als 30 Jahre kämpfen die Erben des Berliner Malers Otto Nagel (1894 - 1967) um ihr Erbe. Mehr als 300 Kunstwerke hatte die DDR 1985 von den Nagels übernommen. Zunächst verlangte das Finanzministerium eine Erbschaftssteuer von 1,6 Millionen Mark von der Tochter Nagels, erließ sie aber, als die Familie anbot, im Gegenzug den Nachlass den staatlichen Einrichtungen zu schenken.

Mit der Geschichte Berlins und der DDR verwobenes Künstlerleben

Akten im Bundesarchiv belegen: Die Staatsführung der DDR betrachtete das Oeuvre des heute in der Kunstwelt wenig beachteten Otto Nagel als nationales Kulturgut. Kaum ein Künstlerleben des 20. Jahrhundert ist mit der Geschichte Berlins und der DDR so verwoben wie seines. In den 1920er Jahren brachte der Sozialdemokrat und spätere Kommunist das Arbeiterleben im Wedding auf die Leinwand. Er überstand Nationalsozialismus, Krieg und eine kurzzeitige Internierung in Sachsenhausen. Nach 1945 übersiedelte er in die DDR, stieg hier als Präsident der Akademie der Künste zum geachteten Kulturfunktionär auf, um kurz darauf in Dissens zur staatlichen Kunstauffassung zu geraten.

"De-facto-Enteignung"? - Enkeltochter ruft Forschungsprojekt ins Leben

Nach seinem Tod 1967 übernahm zunächst seine Witwe Walli Nagel das Erbe, brachte es ein in ein eigenes, ihrem verstorbenen Mann gewidmetes Museum - das Otto-Nagel-Haus in Berlin. Doch von Beginn an stand die vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit unter einem schlechten Stern. Walli Nagel zog ihre Bilder aus der Ausstellung zurück. Ein langjähriger Kampf ums Erbe begann. 1998 scheiterte die Familie mit ihrem Versuch, ein Restitutionsverfahren anzustreben, welches das rechtskräftige Urteil hätte beseitigen und eine neue Entscheidung herbeizuführen können.

Nun hat die Enkeltochter mit ihrem Mann ein Forschungsprojekt ins Leben gerufen, um die Geschichte der aus ihrer Sicht stattgefundenen Enteignung beweisen zu können. Der Kunstrechtsexperte Ulf Bischof hält jedoch die Restitution solcher Sammlungsübernahmen per Erbschaftssteuer für fast aussichtslos. Die Erben müssten beweisen, dass politische Gründe den Ausschlag für deren Festsetzung gegeben haben. Denn Finanzbescheide der DDR würden zunächst als gültig hingenommen.

Überraschendes Angebot von Ex-Staatssekretär im Zuge der MDR-Recherche

Im Zuge der MDR-Recherche für den Film tauchten nun Indizien auf, die die Grundlage für eine erfolgreiche Wiederaufnahme der Restitution bilden könnten.

Der ehemalige Staatssekretär im Kulturministerium Kurt Löffler gibt erstmals zu diesem Thema ein Interview. Nach seinen Angaben sei er ein Freund von Walli Nagel gewesen. Er habe bis Anfang der 1980er Jahre versucht, eine einvernehmliche Lösung in dem Streit herbeizuführen. Erstmals spricht er davon, dass es sich bei der Steuerforderung für das Nagelsche Oeuvre um eine "De facto-Enteignung" gehandelt habe. Es habe von Seiten der Berliner Museen und Institutionen Interesse bestanden, die Kunstwerke zu übernehmen. Und am Ende des Films unterbreitet Kurt Löffler ein überraschendes Angebot.

Pressekontakt:

MDR Landesfunkhaus Thüringen, Jens Borghardt, Presse-/Öffentlichkeitsarbeit, Tel.: (0361) 2 18 12 96, E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

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Wir sprachen mit Roland Jahn im Vorfeld der Veranstaltung.

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