Otto Nagel

Als Journalistin und Enkelin des Künstlers Otto Nagel (1894-1967) arbeite ich, Salka Schallenberg, seit Juli 2019 an einem Forschungsprojekt. Das Projekt erfolgt in Kooperation mit der "Beauftragten des Landes Sachsen-Anhalt zur Aufarbeitung der SED-Diktatur". Hier entsteht eine Publikation mit den Forschungsergebnissen.

Otto Nagel, 1894 im Berliner Arbeiterbezirk Wedding geboren, steht nach dem März-Streik 1921 auf der ‚schwarzen Liste‘. Der Kommunist und Arbeiter Nagel wählt nun den Weg als freier Künstler. Seine Kunst soll, wenn nötig, anklagen, aufrufen und auch begeistern. Er, der den Alltag der Arbeiter am eigenen Leibe gespürt hatte. Nagel zeichnet und malt diese seine Wirklichkeit, ein Autodidakt, der sich allmählich zum Künstler emporarbeitet. In Käthe Kollwitz und Heinrich Zille findet er Gleichgesinnte. Nagel malt das Schicksal, die Kraft und die Hoffnung des Proletariats in großformatigen Bildern. „Er hat Bilder, bei deren Anblick man vor Schmerz laut aufschreien könnte.“ so die Zeitung ‚Rote Fahne‘. 1924 bis 1925 gehört Nagel mit Käthe Kollwitz zu den Akteuren der Ersten Allgemeinen Deutschen Kunstausstellung, bei der deutsche Künstler im jungen Sowjetstaat ausstellen. Moskau, Saratow, Leningrad (einst Petersburg) sind die Stationen. Die Zeitungen berichten über das bedeutende Ereignis.

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