Intel in Sachsen-Anhalt: Chipfabrik in Magdeburg

"Intel möchte bei der Gestaltung der digitalen Zukunft Europas in den kommenden Jahrzehnten eine wesentliche Rolle spielen." Pat Gelsinger Intel-Chef

Der gigantische Komplex soll im Gewerbegebiet Eulenberg, an der Grenze zum Landkreis Börde, im Südwesten von Magdeburg, entstehen. Investitionsvolumen wohl 17 Milliarden EURO. Das Areal umfasst circa 450 Hektar. Zunächst sollen zwei Halbleiterfabriken entstehen, die Planungen erfolgen kurzfristig. Mit dem Bau will Intel im ersten Halbjahr 2023 beginnen, der Produktionsstart ist für 2027 geplant. Ziel ist es, zwei Fabriken zu einer Megafabrik mit bis zu acht zusammenhängenden Fabriken auszubauen. So entstehen zehntausende neue Arbeitsplätze. 

Magdeburg hat eine zentrale Lage zwischen den Autofabriken von VW (Wolfsburg) und Tesla (Grünheide). Die Werke in Niedersachsen und Brandenburg sind perspektivisch ggf. Hauptabnehmer der Intel-Chips. Ein weiteres wichtiges Kriterium für die Ansiedlung ist die Otto-von-Guericke Universität.

Intel: Investitionsplan Werk Magdeburg(c) intel

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff erklärt dazu: "Die intensiven Gespräche, die die Landesregierung und die Stadt Magdeburg in den letzten Monaten mit Intel führten, haben sich ausgezahlt. Wir haben uns als ein hervorragender Standort mit Zukunft präsentiert und freuen uns jetzt auf viele tausend neue Arbeitsplätze und eine Milliardeninvestition für Sachsen-Anhalt. Das ist eines der größten Investitionsvorhaben in Deutschland und Europa und ein Quantensprung für Sachsen-Anhalt, ein Meilenstein für den ostdeutschen Wirtschaftsraum und ein guter Tag für ganz Deutschland. Die Menschen in Magdeburg und Sachsen-Anhalt heißen Intel herzlich willkommen!"

Zum Ansiedlungserfolg beigetragen hätten auch die erfolgten Weichenstellungen in der Hochschulstruktur des Landes. „Dank der technischen Ausrichtung der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und eines komplementären Angebots der Hochschule Magdeburg-Stendal wird Intel in den kommenden Jahren erstklassig ausgebildete Fachkräfte aus der Region einstellen können. Ich erwarte zudem, dass sich durch die Ansiedlung auch Forschungskooperationen mit der Universität sowie den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen des Landes ergeben werden. Sachsen-Anhalt hat beste Voraussetzungen, sich weiter zu einem Land der Zukunftstechnologien zu entwickeln“, erklärte Sachsen-Anhalts Wissenschaftsminister Willingmann.
 
"Unsere umfangreiche Bewerbung, die vielen Gespräche und nicht zuletzt die Schaffung der planerischen Voraussetzungen für den Eulenberg haben sich gelohnt. Der geplante Bau der Mega-Chipfabrik von Intel wird die bislang größte Investition in der Geschichte unserer Stadt. Mein Dank gilt allen, die sich in den vergangenen Monaten für Magdeburg als Standort eingesetzt haben, insbesondere dem Unternehmen Intel, der Europäischen Union, der Bundesregierung, dem Land Sachsen-Anhalt und dem Stadtrat. Das Vorhaben des Chip-Herstellers wird der Entwicklung unserer Stadt eine neue Dynamik geben, die Magdeburg zu einem Wirtschaftszentrum in der Mitte Europas wachsen lässt", betonte Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper.

“Die Kommune gewinnt die daraus folgenden Gewerbesteuern, die Magdeburger*innen gute Jobs und bessere Infrastruktur. Vor allem die beiden Hochschulen der Stadt sowie die zahlreichen Forschungseinrichtungen profitieren - in Lehre, Forschung und Entwicklung.“, so Fraktionsvorsitzende der Stadtratsfraktion Grüne/future! Madeleine Linke. „Abseits der Chancen gelte es aber auch die damit einhergehenden Herausforderungen für Stadt und Umwelt auszugleichen. Die großflächige Versieglung des Bördeackers mit hohen Bodenwerten muss in einem der Klimakrise angemessen Ausmaß kompensiert werden. Dafür wird sich unsere Fraktion im Rahmen der Planungsschritte im Stadtrat einsetzen.”, so Linke.


Der wirtschafspolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion in Sachsen-Anhalt, Ulrich Thomas, hat die Ansiedlung von Intel als großartigen Tag für den Wirtschaftsstandort Mitteldeutschland bezeichnet. Dass der amerikanische Chip-Riese nach Sachsen-Anhalt und nach Magdeburg komme, belege die Anziehungskraft der gesamten Region. Sachsen-Anhalt ist inzwischen der attraktivste Standort für Investitionen mitten im Herzen Europas. Das aktuelle Investitionsvolumen würde selbst das Brandenburger Tesla-Werk bei Weitem in den Schatten stellen. „Die klare Botschaft ist, Ostdeutschland und Sachsen-Anhalt entwickeln sich. Neue, zukunftsfähige und gut bezahlte Arbeitsplätze entstehen. Die blühenden Landschaften sind Realität. Ich danke allen, die über Monate hart für die Ansiedlung gekämpft haben. Die Mannschaftsleistung von Bund, Land und der Stadt Magdeburg hat schlussendlich den Zuschlag für die Investition von Intel gegeben“, so Thomas.

Die Ansiedlung von Intel in der Landeshauptstadt wird sich auf ganz Sachsen-Anhalt positiv auswirken, begrüßt die Landtagsfraktion Bündnis 90/Die Grünen die heutige Ankündigung des Chipherstellers. „Diese Technologieansiedelung ist für Sachsen-Anhalt in einer bisher unbekannten Größenordnung und wird große Strahlkraft entfachen. Es gilt, klug mit Intel und den Folgeansiedelungen umzugehen, damit diese Dreh- und Angelpunkt eines neuen Standbeins der Wirtschaftsstruktur hierzulande wird. Das muss bei der Innovationsstrategie des Landes bedacht werden. Die Leitmärkte, die das Land voranbringen sollen, müssen entsprechend angepasst werden, damit das Konzept der sachsen-anhaltischen Wirtschaftspolitik stimmig ist“, sagt Olaf Meister, wirtschaftspolitischer Sprecher der grünen Landtagsfraktion.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Katja Pähle begrüßte die Mega-Investition und gratulierte der Stadt Magdeburg zu dem Erfolg ihrer Ansiedlungspolitik: "Das ist nicht nur für die Landeshauptstadt ein Meilenstein, sondern für ganz Sachsen-Anhalt. Es zeigt sich, dass Magdeburg eine gute Perspektive als Industriestandort hat. In Ostdeutschland wird Zukunft gemacht, und zwar nicht nur in Leipzig und Berlin." 

Gigafabrik für Intel-Chips setzt Sachsen-Anhalt auf die Hightech-Weltkarte. FDP-Fraktionschef Andreas Silbersack: "Größte Investition in der Geschichte des Landes schafft neues Entwicklungspotenzial für Mitteldeutschland". Allein das geplante Investitionsvolumen im zweistelligen Milliardenbereich zeigt, dass unsere Region damit vor einem gewaltigen Entwicklungsschub steht, so dass Intel zum echten ,Gamechanger‘ in der Entwicklung als Industrieland werden kann.