Fauna

    Erzähltes & Ungesagtes Meiner Großerltern Wally und Otto Nagel

    Schwalben künden vom nahenden Sommer

    Ihr munteres Zwitschern verbinden viele Menschen mit dem Sommer: Die Schwalben kehren im Frühling aus ihren Winterquartieren in Afrika zurück und läuten damit den wärmeren Teil des Jahres ein. Leider hat ihr Bestand in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen. Dem will der
    NABU mit der Aktion „Schwalbenfreundliches Haus“ etwas entgegensetzen. Immer mehr Hausbesitzende machen mit.
     
    Jedes Jahr im April und Mai kehren Mehl- und Rauchschwalben aus ihren afrikanischen Überwinterungsgebieten zu uns zurück, um in unseren Dörfern und Städten zu brüten. Mit jeweils etwa 700.000 Brutpaaren gibt es allerdings nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren. Die Mehlschwalbe ist gefährdet, die Rauchschwalbe steht auf der Vorwarnliste der Roten Liste. „Gründe dafür sind das Insektensterben und die Trockenheit im Winterquartier, verursacht durch die Klimakrise und Extremwetterereignisse“, erklärt Jonas Wolf, Projektleiter „Schwalbenfreundliches Haus“ beim NABU Sachsen-Anhalt. „Ein weiteres Problem ist die Wohnungsnot. Die Schwalben finden immer weniger Nistmöglichkeiten an Gebäuden oder in offenen Scheunen und Ställen.“
     
    Die Mehlschwalbe mit ihrem leuchtend weißen Bürzel und Bauch und dem tief gekerbten Schwanz nutzt vor allem rau verputzte Hauswände unter geschützten Dachvorsprüngen zum Bau ihres Nestes. Sie brütet gerne in Kolonien. Das bringt jedoch Kot und Reste von Nistmaterial an Fassaden und auf dem Boden mit sich, über die sich die Hausbewohner*innen ärgern.  „Um Verschmutzungen zu vermeiden, werden viele Nester leider mutwillig zerstört. Dabei würde es bereits helfen, ein Brett einen halben Meter unterhalb der Nester anzubringen und die Stellen gelegentlich zu
    säubern“, so Jonas Wolf.
     
    Rauchschwalben, die über ihre braunrote Färbung von Kehle und Stirn gut erkennbar sind, bevorzugen Balken oder Mauervorsprünge in Ställen, Scheunen oder Carports. Um Rauchschwalben bei der Nistplatzsuche zu helfen, rät Jonas Wolf: „Möglichst viele Lager und Ställe sollten in der warmen Jahreshälfte nicht komplett verschlossen sein, um den Schwalben einen Eingang zu lassen.“
     
    Wer an Wohnhaus, Garage, Carport oder Stall Nistplätze für Schwalben anbietet, erhält vom NABU die Plakette „Schwalbenfreundliches Haus“. Immer mehr Menschen engagieren sich auf diese Weise für den Schwalbenschutz – Seit Projektbeginn 2012 wurden in Sachsen-Anhalt über 1.300 Auszeichnungen vergeben. Das Projekt trägt dazu bei, dass sich die Bestände beider Arten in den letzten zehn Jahren stabilisiert haben, wenn auch auf niedrigem Niveau. Es wäre wünschenswert, dass noch mehr Hausbesitzende mitmachen. Jonas Wolf: „Mit dem Schwalbenfreundlichen Haus können Sie sich direkt für die Natur vor Ihrer Haustür einsetzen und zeigen, wie schön es ist, die Glücksboten bei sich willkommen zu heißen.“
     
    Auch in diesem Jahr läuft die Aktion vom 1. April bis 30. September und Bewerbungen werden in der Landesgeschäftsstelle des NABU Sachsen-Anhalt entgegengenommen.
     
    Weitere Informationen zum Projekt und zur Anmeldung finden Sie hier: